Rekultivierung ehemaliger Getreideäcker Blatten


Magerwiesen | Realisiert im September 2015 | Wallis

Der Getreide- und insbesondere der Roggenanbau ist seit über zweitausend Jahren fester Bestandteil der Walliser Kulturlandschaft. Viele dieser einst überlebenswichtigen Ackerparzellen wurden in den letzten Jahrzehnten aufgegeben oder in Mähwiesen und Weiden überführt. Mit der Aufgabe der alten Bewirtschaftungsform hat sich das Landschaftsbild markant gewandelt und die seltenen Arten der Ackerbegleitflora sind verschwunden.

Die Burgergemeinde Blatten im Lötschental ist sich der kulturhistorischen Bedeutung des Roggenanbaus bewusst und hat im Rahmen mehrerer Projekte die alte Wassermühle sowie das traditionelle Backhaus restauriert und ein touristisches Angebot rund um das Thema Roggen aufgebaut. Ziel des Projektes ist auch die Rekultivierung von aufgegebenen Ackerflächen und die Reaktivierung des Roggenanbaus.

In Rahmen eines Pilotprojektes hat das Naturnetz einige ausgewählte Äcker für den Roggenanbau vorbereitet. In einem ersten Schritt wurde der Gehölzeinwuchs gerodet sowie der Gras- und Krauteinwuchs gemäht. Die Biomasse wurde aus den Flächen entfernt oder auf konzentrierte Haufen geschichtet. Anschliessend wurden die Flächen wie einst mit einem Pflug umgebrochen, danach mit einer Bodenfräse oder Hauen verfeinert und zum Schluss mit einem Rechen planiert. Anschliessend wurde eine alte Walliser Winteroggensorten in den Flächen ausgesät. Das Naturnetzteam blickt gespannt auf das nächste Frühjahr und hofft auf eine gute Ernte für die Burgergemeinde Blatten.

Mit Spannung wird auch erwartet, ob und welche seltenen Arten der Ackerbegleitflora in den nächsten Jahren keimen werden. Die Samen dieser Arten können beim trockenen Walliser Klima bis zu 50 Jahre im Boden überdauern und werden durch das Umbrechen mit dem Pflug wieder aktiviert.


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