Mäharbeiten Bahndamm Chrästel und Mathisenhölzli


Magerwiesen | Realisiert im Juni 2016 | Kloster Fahr

1877 eröffnete die Schweizerische Nordostbahn NOB eine Eisenbahnlinie zwischen Baden und Bülach als Konkurrenz zur Schweizerischen Nationalbahn SNB. Die Teilstrecke zwischen Otelfingen und Niederglatt, im Volksmund "Schipkabahn" genannt, wurde in Folge der zunehmenden Zusammenlegung der Schweizer Eisenbahngesellschaften unrentabel und schliesslich 1969 grösstenteils wieder abgebrochen. Zahlreiche Abschnitte wurden später unter Naturschutz gestellt, statt sie weiter landwirtschaftlich zu nutzen. Die Dämme und Einschnitte waren maschinell ohnehin nur schlecht zu bewirtschaften, boten aber mit ihren südexponierten Trockenwiesen, Gehölzgruppen und vernässten Stellen wertvollen Lebensraum für zahlreiche Pflanzen und Tiere, die es sonst in der intensiv genutzten Kulturlandschaft des Furttals schwer haben. Durch die langgezogene Form der ehemaligen Streckenabschnitte vernetzen diese zudem die anderen Naturschutzgebiete in der Umgebung miteinander.

Seit einigen Jahren bewirtschaftet das Naturnetz das Gebiet "Bahndamm Chrästel" in Buchs im Auftrag des Kantons Zürich. Damit die Magerwiesen des Naturschutzgebiets nicht mit der Zeit von Brombeeren und Gehölzen überwuchtert werden, mähen sie unsere Zivis zweimal jährlich mit Balkenmähern und Freischneidern. Bei jedem Schnitt lassen die Zivis 10-15% der Vegetation stehen, so haben die auf der Flächen lebenden Kleintiere immer einen Rückzugsort und auch spät blühende Pflanzen bekommen eine Chance zur Fortpflanzung. Dies kommt auch Honig- und Wildbienen zugute, die auf ein konstantes Nektar- und Pollenangebot angewiesen sind. Das Schnittgut bleibt jeweils einige Tage liegen, damit allenfalls vorhandene Samen von den Samenständen abfallen und Insekten und andere Kleintiere von den geschnittenen in die geschonten Flächen übersiedeln können. Für die Zivis hat diese Praxis den Vorteil, dass das Schnittgut getrocknet sehr viel leichter ist als im frischen Zustand, was das Rechen erheblich erleichtert.

Nachdem der Kanton letztes Jahr einen in einem angrenzenden Wäldchen in Regensdorf verlaufenden Abschnitt der ehemaligen Schipkalinie von Bäumen befreit hatte, konnte das Naturnetz die Mäharbeiten vom Chrästel 2016 erstmals auf diesen Bereich ausdehnen. Die Brombeeren und Hochstauden im Mathisenhölzli waren natürlich wesentlich zäher zu mähen als die gewohnten Trockenwiesen - von den zahlreichen, in der dichten Vegetation gut getarnten Wurzelstöcken ganz zu schweigen! Die Messer der Balkenmäher litten, aber unsere Mühe wird sich auszahlen, wenn nach einigen Jahren regelmässigen Mähens wieder eine schöne Waldwiese im Mathisenhölzli gedeiht.


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