Neophytenmanagement Misox & Calancatal


Piante neofite | realizzato nel Maggio 2019 | Grigioni

In der Schweiz gilt seit 2008 die Verordnung über den Umgang mit Organismen in der Umwelt, welche von den Kantonen umgesetzt werden muss. Ein wichtiger Teil der Verordnung beinhaltet die Bekämpfung invasiver gebietsfremder Pflanzen, welche eingeschleppt wurden und sich aufgrund ihrer jeweiligen Charakteristika schnell und stark verbreiten. Unsere heimische Pflanzen- und Tierwelt ist bereits sichtbar verändert und droht vielerorts gänzlich verdrängt zu werden. Insbesondere Schutzgebiete, welche einer Vielzahl gefährdeter Spezies letzte Lebensräume bieten, sind in Gefahr.

Im Rahmen des Zivildienstprojekts "Problempflanzenbekämpfung und Biotoppflege" des Amts für Natur und Umwelt (ANU), Kanton Graubünden engagiert sich das Naturnetz jährlich mit einer eigenen Zivigruppe unter der Leitung eines fachkundigen Einsatzleiters in der Bekämpfung des Asiatischen Staudenknöterichs sowie in der Ambrosiakontrolle.

Entlang der Flüsse Moesa und Calancasca, insbesondere in den zahlreichen Naturschutzgebieten von regionaler und nationaler Bedeutung, rücken wir den Staudenknöterichbeständen systematisch zu Leibe. Dabei verzichten wir auf maschinelle Methoden, welche die Pflanzen rein oberflächlich und nur für kurze Zeit "entfernen". Nach einem mit dem ANU erarbeiteten Qualitätsstandard bearbeiten wir die Pflanzen gezielt mit viel Hand- und Pickelarbeit unter der Bodenoberfläche, um möglichst viel des dort sitzenden Energiespeicherorgans der Pflanze zu entfernen. Nachwachsende Triebe werden in einem zweiten Durchgang kontrolliert und erneut entfernt.

Mithilfe einer App kartieren wir zwischen April und August tagesaktuell ältere und neu entdeckte Bestände und greifen sofort ein, um die weitere Verbreitung der Staudenknöteriche an neue Orten zu vermeiden.

Meist bewegen wir uns von Norden nach Süden und immer in direkter Nähe zum Fluss oder einem der sie mündenden kleineren Flusszuläufe, an dessen Ufern sich oftmals Wald angesiedelt hat, welcher lange grüne Korridore bildet. Im schattenspendenden Dickicht kommt es immer mal wieder zu schönen Begegnungen zwischen Mensch und Tier und die Gewässer selbst bieten willkommene Abkühlung in den Pausen.


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