Hermelin besiedelt Kleinstrukturen!

Genau zum richtigen Zeitpunkt, als wir auf dem Feld standen und uns die Frage stellten, in welche Richtung wir unsere Steinlinsen und Asthaufen erweitern sollten, tauchte es auf und beäugte uns auf Distanz. Es richtete sich auf und machte Männchen, als wäre die Welt verdreht, als wären wir die Winzlinge und es der Riese. Es das war das Hermelin! Der Wind stand günstig für uns. Unbekümmert setzte es seine Vorderpfötchen wieder auf die Wiese und bewegte sich flink zwischen den Grasbüscheln. Dabei zeigte es uns seine schwarze Schwanzspitze. Dadurch ist es deutlich vom Mauswiesel unterscheidbar. Im Winter trägt das Hermelin ein scheeweisses Winterkleid. Doch auch dieses wird durch einen schwarzen Pinsel einseitig beendet. Der kleine Körper braucht viel Nahrung, da der Energiebedarf bei diesem Kleinsäuger vergleichsweise hoch ist. Aus diesem Grund lässt sich der muntere Geselle auch tagsüber beobachten. Ein hervorragendes Farbsehvermögen erlaubt eine perfekte Orientierung. Auf der Suche nach Wühlmäusen durchstreifen Hermeline ein ausgedehntes Revier. Durchschnittsdistanzen in einer Nacht liegen bei 1.3 Kilometern. Damit diese Streifzüge nicht tödlich enden und das kleine Raubtier seine, für die Landwirtschaft höchst nützliche, Futtersuche unbeschadet übersteht, braucht es viele Kleinstrukturen als Versteckmöglichkeiten. Auf dem Gelände des Kloster Fahr versuchen wir ein möglichst breites Spektrum an Unterschlupfmöglichkeiten anzubieten. Auch dieses Jahr haben wir vor, das Angebot weiter zu vergrössern.

Eine strukturreiche Landschaft kommt auch der restlichen Tierwelt zu gute. Lurche nutzen feuchter gelegene Strukturen als Sommerquartiere, Eidechsen sonnen sich mit Vorliebe auf wärmeren, trockenen Steinlinsen und in Asthaufen jagen Spitzmäuse nach Insekten. Nebst dem Hermelin leben bereits zwei weitere Vertreter der Marderartigen auf dem Gelände des Kloster Fahr. So ist das Mauswiesel gesehen worden und hat sich der Steinmarder gezeigt. Es ist gut vorstellbar, dass auch der Ilitis irgendwo in der Nähe des Baches zu Hause ist. Hoffentlich ist es in Zukunft möglich auch einen Schnappschuss dieser Kleinsäuger zu schiessen. Mit unseren Bauwerken aus Holz und Stein streben wir diesem Ziel entgegen.

Praktikum beim Naturnetz!