Den Reptilien am Alpnachersee auf der Spur

16. November 2020

Im Juni 2020 durften sich die Zivildienstleistenden des Naturnetz-Standorts Mittelland einmal für einen Tag von der anstrengenden Arbeit im praktischen Naturschutz erholen. Gemeinsam machten wir uns auf die Suche nach Reptilien am Alpnachersee. Das Gebiet entlang des Seeufers zwischen Alpnachstad OW und Stansstad NW bietet sich mit seiner reichen Artenvielfalt an Reptilien gerade dazu an. Auf einer lockeren Wanderung konnten wir unzählige Würfelnattern beim Sonnebad und sogar bei der Paarung erspähen. Zu unserem grossen Glück gelang es uns sogar, ein seltenes Exemplar der Schlinnatter aus nächster Nähe beaobachten zu können. Nach diesen Erfolgen verbrachten wir den sommerlichen Nachmittag bei einem Sprung ins kühle Nass des Vierwaldstättersees.



So wurde die Kläranlage zur Naturoase

15. Juli 2020

Eine Naturoase ist nicht gerade das, was man mit einer Kläranlage in Verbindung bringt. Ein Umbau der Abwasserreinigungsanlage in Niederglatt hat aber genau das zum Ziel: Naturoasen zu schaffen für Insekten, Reptilien – und Menschen. Das Naturnetz durfte die Arealgestaltung der Ausbaus der Kläranlage grösstenteils sowohl planen als auch umsetzen. Die Tageszeitung "Zürcher Unterländer" hat darüber berichtet.

Artikel "So wurde die Kläranlage zur Naturoase" (PDF)



Ein Hoch auf die Frühlings-Seidenbienen

18. März 2020

Die aktuell vorherrschenden Frühlingstemperaturen haben nicht nur die ersten frühblühenden Pflanzen zum Erscheinen gebracht. Auf dem Areal des Klosters Fahr existieren seit einigen Jahren an mehreren Standorten grössere Populationen der Frühlings-Seidenbiene (Colletes cunicularius), einer einheimischen Wildbienenart, welche bei idealen Bedingungen in grossen Aggregationen lebt. Angelockt von den warmen Temperaturen, verlassen zuerst die männlichen Drohnen die selbst gegrabenen Nester im sandigen Boden der lückigen Wiesenböschung. In freudiger Erwartung der Weibchen schwärmen sie anschliessend dicht über dem Boden. Dieses spektakuläre Schauspiel dauert aber leider nicht lange. Sobald die Weibchen aus dem Boden erscheinen, werden diese begattet und beginnen mit der Eiablage, welche bis im Mai abgeschlossen wird. Die Frühlings-Seidenbiene stellt innerhalb der Bienengattung der Seidenbienen (Colletes) eine Ausnahme dar. Als einzige Art erscheint diese bereits im Frühjahr. Der Hauptgrund dafür ist die hohe Spezialisierung auf blühende Weiden in erreichbarer Nähe, auf welche sie für die Nahrungsaufnahme angewiesen ist. Wer genau hinschaut, kann mit etwas Glück im gleichen Lebensraum eine weitere Wildbienenart entdecken. Die Blutbiene (Sphecodes albilabris), eine Kuckucksbiene, nutzt die bereits vorhandenen Niströhren der Frühlings-Seidenbiene zur Eiablage.

Damit die stattlichen Populationen der Frühlings-Seidenbiene auf dem Areal des Klosters Fahr weiterhin bestehen können, mäht der Verein Naturnetz die betreffenden Böschungen zweimal im Jahr. Dadurch werden vorallem die offenen und mageren Bodenstrukturen erhalten.