Bolle di Magadino, Inseln Mähen


Acque | realizzato nel Novembre 2013 | Ticino

Mit der Gewässerkorrektur Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Ticino-Ebene im Tessin nutzbar gemacht für Landwirtschaft und Industrie. Der Flusslauf wurde begradigt und das umliegende Land mithilfe von Entwässerungskanälen und Hochwasserdämmen trocken gelegt. Eine weiträumige Sumpf- und Auenlandschaft wurde dabei zurückgedrängt auf eine kleine Fläche im unmittelbaren Flussdelta, dort wo der Ticino in den Lago Maggiore mündet. Als Überbleibsel einer früheren Auenlandschaft stellt dieses Flussdelta besonders für seltene Vogelarten einen wertvollen Lebensraum dar. Die Stiftung "Bolle di Magadino" hat sich deshalb diesem Naturschutzgebiet angenommen.

Bis vor wenigen Jahren wurde unmittelbar im Flussdelta Kies abgebaut und das Schutzgebiet dadurch zusätzlich belastet. Im Jahre 2002 beschloss der Kanton Tessin die Schliessung des Kieswerks zugunsten der Natur. Die Fabrik wurde abgerissen und das Gelände renaturiert. Dabei sind im Flussdelta drei Inseln mit einer Gesamtfläche von rund vier Hektar entstanden.

Diese Inseln sollen eine hohe Artenvielfalt wie auch geeignete Lebensbedingungen für die vorkommenden Vogelarten bieten. Deshalb müssen sie vor dem Verwalden geschützt werden, indem sie jährlich einmal gemäht werden. Die Inseloberfläche besteht aus Kies und grösseren Steinen und erlaubt nur den Einsatz von Motorsensen und kleinen Balkenmähern. Der einzige Zugang zur Insel führt über den Wasserweg. Die gesamten Mäharbeiten sind somit sehr zeit- und personalaufwändig und fallen gut in das Leistungsspektrum des Naturnetzes.

Dank einem guten Einsatz der Zivildienstleistenden, einer guten Zusammenarbeit mit den Gebietsbetreuern der Stiftung und einem geeigneten Maschinenaufgebot konnte das Naturnetz die Inseln innert einer Woche vollständig mähen. Das "Rechen" übernimmt in diesem Fall der Fluss, welcher bei Hochwasser das Mähgut wegschwemmt und mit Sand und Kies vermischt einige hundert Meter flussabwärts wieder ablagert. Dadurch wandern die bestehenden Inseln langsam in Richtung See. Die stetige Erosion und Ablagerung sorgt für unterschiedliche Standortbedingungen und damit auch für eine grössere Artenvielfalt auf den Inseln.


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