Sommerpflege von Naturschutzgebieten im Kanton Zug


Piante neofite, Torbiere, Pascoli calcarei | realizzato nel Agosto 2013 | Naturnetz mobil

Seit einigen Jahren führt das Naturnetz im Auftrag des Kantons Zug im Herbst Einsätze zur Pflege und Aufwertung von Naturschutzgebieten durch. Dieses Jahr kam zum ersten Mal ein zweiwöchiger Einsatz im Sommer dazu, bei dem die Bekämpfung der Neophyten* in den Naturschutzgebieten im Vordergrund stand.

Direkt bei der Autobahnausfahrt Baar befand sich das erste Einsatzgebiet, eine künstlich angelegte ökologische Ausgleichsfläche mit Feuchtwiesen, Hecken und Weihern. Da sich das Schilf stark auf dem Areal ausbreitet, sollte es diesmal bereits im Sommer gemäht werden. Zur Förderung der meist auf magere Standorte spezialisierten Feuchtgebietsarten mähten wir zudem noch zwei Drittel der Feuchtwiesen und führten das Schnittgut zusammen mit dem Schilf ab. Die Entfernung von Biomasse führt zu einer Ausmagerung des Bodens. Beim Mähen achteten wir darauf, von jeder Pflanzengesellschaft einen Teil stehen zu lassen, damit alle Arten versamen können.

Die glücklicherweise nur wenigen Goldruten und Berufkräuter rupften wir von Hand aus. Gegenüber dem Mähen hat dies den Vorteil, dass die Pflanzen nicht gleich wieder aus den Wurzeln austreiben können und die Bestände deshalb viel stärker geschwächt werden. Als letztes befreiten wir die in den letzten Jahren angelegten Steinlinsen von Vegetation, damit diese weiterhin von Reptilien zum Sonnenbaden genutzt werden können.

Zudem arbeiteten wir noch auf einer renaturierten Asphaltdeponie beim Fahrendenplatz in Cham, in Schlagflächen beim Golfplatz in Risch sowie in mehreren Flächen entlang der Reuss, wo wir Goldruten und Berufkraut bekämpften. Einige Goldrutenbestände mussten aufgrund ihrer grossen Dichte gemäht werden. Nach einigen Jahren regelmässigen Mähens sollten sie so sehr ausgedünnt sein, dass eine manuelle Bekämpfung wieder möglich ist.

*Neophyten: Eingewanderte Pflanzen, die sich gegenüber der einheimischen Flora invasiv verhalten, also diese verdrängen.


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