Unkenwannen in der Region Cham


Costruzioni vicino all'acqua, Piccole strutture | realizzato nel Marzo 2023 | Altipiano

In der Schweiz sind seit 1850 über 90% der Feuchtgebietsflächen verloren gegangen. Vor allem im Mittelland wurden die Feuchtgebiete aller Arten drainiert und trockengelegt. Die Trockenlegung hat für die Bewohnerinnen und Bewohnern der Feuchtgebiete gravierende Folgen. Unter anderem leiden Amphibien sehr am Verlust ihrer Laichgewässer. Heute sind 70% der Arten auf der Roten Liste und der Rückgang einiger Arten in den letzten 30 Jahren ist drastisch.

Damit wir die Populationen erhalten und fördern können, ist es daher unerlässlich, neue Feuchtgebiete und Gewässer zu schaffen. Da unterschiedliche Amphibienarten auf unterschiedliche Gewässertypen angewiesen sind, braucht es auch eine Vielfalt ein Feucht- und Gewässerlebensräume. Auf landwirtschaftlichen Flächen liegt der Schwerpunkt der Amphibienförderung auf der Schaffung temporär wasserführenden Gewässer. Die Gelbbauchunke ist für ihre Fortpflanzung auf solche temporären Tümpel angewiesen. Die Art gilt heute unter anderem im Kanton Zug als stark gefährdet.

Eine Möglichkeit solche Gewässer kostengünstig anzulegen, ist vorproduzierte, wasserundurchlässige Wannen einzubauen. Im Kanton Zug konnten wir in den letzten Jahren schon viele solcher Wannen einbauen. Um den Prozess zu optimieren, hat das Naturnetz letztes Jahr selbst eine solche Unkenwanne entwickelt. Das Ergebnis ist eine leichte, robuste, leicht einzubauende Unkenwanne aus Eternit, mit oder ohne Abfluss.

Diesen Frühling konnten wir für den Kanton Zug 15 vom Naturnetz entwickelte Wannen an vier verschiedenen Standorten liefern und einbauen. Zusätzlich durften wir für den Verein Lebensraum Landschaft Cham weitere 20 Naturnetz Unkenwannen einbauen. Die kleinen Tümpel wurden auf geeigneten Landwirtschaftsflächen bei acht verschiedenen Landwirten realisiert.

Durch die konstruktive Zusammenarbeit mit dem Kanton Zug, dem Lebensraum Landschaft Cham, den Landwirten und den motivierten Zivildienstleistenden wurden so 35 neue kleine Gewässer in der Region Cham realisiert. Diese sind für die gefährdeten Amphibien sehr wertvoll und bieten der Gelbbauchunke geeignete Laichgewässer.


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