Krebsscherenbekämpfung im Königsweiher


Neophyten, Gewässer | Realisiert im September 2012 | Naturnetz mobil

Im Wald östlich der Gemeinde Feldbrunnen bei Solothurn befindet sich der Königsweiher. Im 17 Jahrhundert wurden dort durch die Erbauer des Schloss Waldegg in St. Niklaus mehrere Karpfenweiher erstellt. Um 1900 sind diese allmählich ausgetrocknet und ein durch Erlen und Eschen dominierter Wald liess die letzten Spuren der ehemaligen Weiherlandschaft verschwinden. 1997 wurde auf Initiative des ehemaligen Försters einer dieser Weiher wieder instand gestellt. Dafür musste der Wald gerodet und einer der bestehenden Dämme abgedichtet und erhöht werden. Der dadurch entstandene Königsweiher entwickelte sich rasch zu einem wichtigen Laichgewässer für Grasfrosch und Erdkröte. Ausserdem dient er seitdem als Schulungsgewässer für die Jungfischer von Solothurn. In den letzten 15 Jahren verlandete der Weiher zusehends durch Sedimenteintrag über den Zufluss und durch den Laubfall, sodass die Wasserfläche und die Wassertiefe immer kleiner wurden. Zu dieser Problematik gesellt sich seit etwa drei Jahren die Krebsschere, eine invasive Pflanze aus Nordost-Europa. Vermutlich wurde sie mit dem Inhalt eines Aquariums in den Weiher eingeschleppt. In dieser kurzen Zeit hat sie über die Hälfte des ca. 3000 m2 grossen Gewässers ganz überwuchert und den Rest teilweise. Diese Problematik veranlasste die Gemeinde Feldbrunnen aktiv zu werden und das Problem anzugehen. Sie beauftragte das Naturnetz mit der Beseitigung der Krebsscheren und dem Durchforsten der Ufergehölze.

Die Bekämpfung dieser stark invasiven Schwimmpflanze stellte sich als echte Herausforderung dar. Wir versuchten zuerst die schwimmenden Rosetten von einem Ruderboot aus mit Mistgabeln abzuschöpfen, an Land zu bringen und mit einem Rollcontainer abzuführen. Es stellte sich schnell heraus, dass wir mit dieser Methode ewig gebraucht hätten. Deshalb wurden wir erfinderisch und versuchten ganze schwimmende Inseln aus Krebsscheren mit Habegger und Gurten ans Ufer zu ziehen. Nach ein paar Anfangsproblemen funktionierte diese Technik ziemlich gut. Dass unter dem sichtbaren Pflanzenteppich noch ein zweiter, untergetauchter Teppich war (die alten Rosetten vom Vorjahr), konnten wir nicht erahnen. Unser gesamter Einsatz war ein riesiger Kraftakt, da mit den Wurzeln der Krebsscheren immer auch ein wenig Schlamm mitkam. Dies erschwerte im wahrsten Sinne des Wortes unsere Arbeit noch mehr. Bis zum Schluss führten wir 40 Tonnen Krebsscheren ab. Das gesamte Pflanzenmaterial wurde von einem Lastwagen mit Greifer aufgeladen und in die nächste Kompostieranlage geführt.

Obwohl das Resultat eindrücklich ist und der Königsweiher wieder Platz und Licht hat, wird in den nächsten Jahren eine Überwachung und Nachkontrolle nötig sein, um ein erneutes Überwuchern zu verhindern. Die beobachtete Ringelnatter und der gefundene Edelkrebs werden es aber auf jeden Fall danken!


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