Kalkstabilitteich für den Glögglifrosch


Gewässerbau, Kleinstrukturen | Realisiert im Oktober 2010 | Kloster Fahr

Den feinen Ruf der Geburtshelferkröte hört man an warmen Sommerabenden immer seltener. Dieser alle ein bis zwei Sekunden ausgestossene Pfeifton, welcher an Glockengeläut erinnert, brachte der Geburtshelferkröte im Volksmund den Namen Glögglifrosch ein. Den Namen Geburtshelferkröte verdankt sie ihrer bemerkenswerten Fortpflanzungsstrategie. Sie betreibt nämlich Brutpflege. Als einzige einheimische Amphibienart verpaart sie sich an Land und legt ihre Eier nicht ins Wasser ab. Nach der Paarung übernimmt das Männchen das Eipaket und zieht sich in ein feuchtwarmes Versteck zurück. Erst mit den reifen Eiern begibt es sich ins Gewässer, wo die Kaulquappen schlüpfen. So umgeht die Geburtshelferkröte die gefährliche Zeit während der die Eier anderer Arten schutzlos im Wasser liegen.

Im Rahmen eines Projektes zur Förderung des Glögglifrosches in Winterthur konnte das Naturnertz im Leisental schon den zweiten Teich zur Sicherung einer kleinen Population bauen. Nach einem Aushub mit Bagger brachten wir drei Lagen Pressschlamm à 20 cm ein. Diesen vermischten wir vorgängig mit Kalkstabilit. So kann vermieden werden, dass Risse entstehen und der Weiher trocken fällt. Da ein Teil der Geburtshelferkröten im Gegensatz zu anderen Froschlurchen den Winter als Larven im Gewässer verbringen wäre ein Austrocknen fatal.

Ebenso wichtig wie geeignete Laichgewässer ist bei der Geburtshelferkröte der Landlebensraum. Sie bevorzugt nahe am Gewässer liegende, zum Teil besonnte, vegetationsarme Böschungen mit viel Struktur und gut grabbarem Boden. Als Verstecke dienen ihr selbst gegrabene Gängen, Steinhaufen, Trockenmauern, Totholzbeigen und andere Strukturen.


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