Einsatz für seltene Arten am Étang Corbat


Hecken & Feldgehölze, Gewässer | Realisiert im November 2013 | Naturnetz-Mobil

Im äussersten Nordwesten der Schweiz bei Porrentruy im Kanton Jura beherbergt der Étang Corbat einen grossen Artenreichtum an seltenen Tieren und Pflanzen. Der Teich wurde Ende des neunzehnten Jahrhunderts für die Eisproduktion gebaut. Das Eis, welches zur Kühlung von Eiskellern im Spital und der Stadt abgebaut wurde, wird schon lange nicht mehr benötigt. Deshalb konnte sich im Laufe der letzten Jahrzehnte ein regional wichtiges Feuchtgebiet entwickeln.

Damit der Wert dieses Gebietes nicht durch Zuwachsen und Verschlammung verloren geht, wurde das Naturnetz, auf Initiative von Pro Natura Jura, mit Vorarbeiten für eine grossangelegte Teichsanierung beauftragt. Um unsere Arbeit zu erleichtern und die illegal ausgesetzten Fische und Schmuckschildkröten, welche eine Bedrohung für die seltenen Amphibien sind, zu entfernen, wurde der ganze Teich im Vorfeld abgelassen.

Unsere Aufgabe bestand darin die stark bestockten Ufer zu durchforsten. Einerseits mussten wir die Weiden, die unmittelbar am Ufer standen und den Schilfgürtel beschatteten, roden und mit den Wurzeln ausstocken. Andererseits war es notwendig die vielen Kopfweiden, welche seit zehn Jahren nicht mehr fachgerecht geschnitten wurden wieder auf den Kopf zu setzen. Ursprünglich wurden die jährlich geschnittenen Weidenruten für Flechtarbeiten (Körbe, usw.) verwendet. Zuletzt gab uns eine der zwei stark bestockten Inseln viel Arbeit. Damit diese im Anschluss an unsere Arbeiten mit einem Bagger um einen halben Meter abgetragen werden konnte, mussten wir die gesamte Insel roden. Das Ziel dieser Absenkung ist eine Flachwasserzone für Sumpfpflanzen zu schaffen. Die Unmengen an anfallendem Astmaterial wurden auf einer benachbarten Weide zwischengelagert und von einem Landwirt zu Holzhäcksel für eine lokale Schnitzelheizung verarbeitet.

Wir sind gespannt wie neben den Amphibien die 41 Libellenarten, darunter einige Seltenheiten wie der Zweifleck und die Westliche Keiljungfer, auf unsere Massnahmen reagieren werden. Zu hoffen ist, dass auch die kleine Population der seltenen Kurzflügligen Schwertschrecke, welche im gesamten Jurabogen nur am Étang Corbat vorkommt, ihren Bestand halten und vergrössern kann.


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