Heckenpflanzung Lindenhof, Freienstein-Teufen


Heckenpflanzung, Kleinstrukturen, Gewässer | Realisiert im Februar 2015 | Kloster Fahr

Der Lindenhof der Stiftung Wohnschule in Freienstein wird seit vielen Jahren biologisch bewirtschaftet. Auf dem Burghügel besteht eine interessante Strukturvielfalt von Bäumen, Büschen und Grünland. Die Flächen in der Ebene sind demgegenüber eher strukturarm. Um dieser „Strukturarmut“ entgegenzuwirken, haben wir im November 2014 auf dem Areal des Lindenhofs insgesamt ungefähr 470 Meter Hecke gepflanzt. Dabei haben wir darauf geachtet, dass die Hecke zukünftig den Anforderungen der Qualitätsstufe II der Direktzahlungsverordnung entspricht. Dies beinhaltet einerseits die Pflanzung von einheimischen Strauch- und Baumarten, von welchen pro 10 Laufmeter Hecke mindestens fünf verschiedene Arten vorkommen müssen. Weiter muss die Hecke einen Anteil von mindestens 20 Prozent an dornentragenden Sträuchern aufweisen, um Kleinsäugern und Vögeln ausreichend Schutz vor Feinden anzubieten. Um den Konkurrenzdruck auf die neu gepflanzten Sträucher durch Wiesenpflanzen zu reduzieren, wurden vor der Pflanzung Teilflächen des Bodens umgepflügt.

Ein weiterer Punkt, welcher wir beim Planen der Hecke beachten mussten, war die Aussparung eines ausreichend breiten, extensiven Krautsaumes. Im Frühling 2015 haben wir diesen Krautsaum abschnittsweise mit verschiedenen Testmischungen angesät. Zusätzlich haben wir innerhalb der Hecken Kleinstrukturen aus Steinmaterial und Totholz angelegt.

Neben der Heckenpflanzung ist im Westteil des Burghügels die Ansiedlung einer seltenen Ameisenart (Grosse Wiesenameise = Formica pratensis) geplant. Dafür haben wir an diesem Ort eine Fläche von 3x3 Metern abhumusiert, auf welcher zu gegebener Zeit die Ameisen angesiedelt werden sollen. Um dieser Ameisenart, welche sich hautsächlich vom Honigtau verschiedener Blattlausarten ernährt, genügend Nahrung anzubieten, haben wir in einem Radius von 14 Metern um den zukünftigen Neststandort eine Hecke aus verschiedenen laustragenden Sträuchern gepflanzt.

Abschliessend haben wir einen neben dem Schulgebäude liegenden Teich gepflegt, indem wir von Hand Teilflächen des verlandeten Uferbereichs entfernten. Dabei mussten wir äusserst vorsichtig arbeiten, um die Abdichtung des Teichs nicht zu beschädigen.

Im Gegensatz zu vielen anderen laufenden Projekten, in welchen wir oftmals mit der Entfernung von Vegetation (z.B. Neophyten) beschäftigt sind, konnten wir in diesem Projektgebiet Neues Schaffen, was hoffentlich auch noch in vielen Jahren bestehen wird. Auf dem Areal des Lindenhofs sind in Zukunft noch weitere ökologische Aufwertungsmassnahmen geplant.


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