Sanierung von Grenzwalmen


Trockenmauern, Kleinstrukturen | Realisiert im November 2015 | Wallis

Im Rahmen des Projekts „Grenzkultur“ des regionalen Naturparks Pfyn-Finges arbeitete das Naturnetzteam fünf Wochen lang auf verschiedenen Alpen des Parkperimeters. Mit Muskelkraft und Handwerkzeug wurden auf der Feselalpe, im Turtmanntal, auf der Varneralp und in den Griebjini noch bestehende aber meist stark zerfallene Steinwalme wieder instand gestellt. Die über Zeit vom Schneedruck erodierten Walme wurden zusammen mit in den Weideflächen liegendem Steinmaterial neu aufgeschichtet, inventarisiert und in einem GIS-System erfasst.

Steinwalme sind traditionelle und historische Landschaftselemente sowie wertvolle Kleinstrukturen, die für die lokale Kulturlandschaft charakteristisch sind. Über Jahrhunderte hinweg waren die Alpweiden von existenzieller Bedeutung für die Landbevölkerung des Kantons Wallis. Im Rahmen der Räumungs- und Weidepflegearbeiten früherer Generationen entstanden diese Steinwälle oft entlang der Weide- oder Eigentümergrenzen, als Schutzwälle gegen weiteres Erosionsmaterial, als Treibweg für das Vieh oder in, Form eines „Chrummu“, ein Hilfsmittel, um einzelne Tiere von der Herde zu separieren.

Diese Kleinstrukturen haben grossen ökologischen Wert, sie dienen verschiedenen Kleintierarten als Rückzugsraum oder erwärmt von der Sonne als Ruheplätze für Reptilien. Auch in der heutigen, extensiven Bewirtschaftung sowie im Tourismus haben diese traditionellen Landschaftselemente ihre Funktionalität nicht verloren.


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