Bahndamm Lauet Mahd


Magerwiesen | Realisiert im Juli 2018 | Kloster Fahr

1877 eröffnete die Schweizerische Nordostbahn NOB eine Eisenbahnlinie zwischen Baden und Bülach als Konkurrenz zur Schweizerischen Nationalbahn SNB. Die Teilstrecke zwischen Otelfingen und Niederglatt, im Volksmund "Schipkabahn" genannt, wurde in Folge der zunehmenden Zusammenlegung der Schweizer Eisenbahngesellschaften unrentabel und schliesslich 1969 grösstenteils wieder abgebrochen. Ein Abschnitt bei Otelfingen blieb jedoch lange als Abstellgleis und als Zubringer für die dortigen Industrieanlagen in Betrieb. Seit 1991 steht dieser Abschnitt zusammen mit einem Teil der weiterhin befahrenen Bahnlinie zwischen Otelfingen und Buchs ZH unter Naturschutz, denn die aufgeschütteten Dämme und Einschnitte bieten einen vielfältigen Lebensraum für zahlreiche Tiere. Bemerkenswert sind die zahlreichen südexponierten Trockenwiesen mit Gebüschgruppen und Hecken, eine Anzahl feuchter Hangwiesen, sowie das trockene Schotterbett, welches Heimat unzähliger Eidechsen ist. Von diesen ernährt sich wiederum die seltene Schlingnatter, die im Gebiet nachgewiesen werden konnte. Der über mehr als 1500m verlaufende Bahndamm übernimmt zudem eine vernetzende Funktion zwischen verschiedenen anderen Naturschutzgebieten in Otelfingen.

Damit die Trockenwiesen und Hangriede nicht von Brombeeren und Gehölzen überwuchert werden, müssen sie ein- bis zweimal im Jahr mit Balkenmäher und Freischneider gemäht und das Schnittgut gerecht und abgeführt werden. Beim befahrenen Teil des Bahndamms müssen dazu spezielle Sicherheitsmassnahmen ergriffen werden. So muss während der Arbeit immer ein rot-weisses Plastikband als Absperrung zu den Gleisen gespannt sein und die Zivis müssen eine orange Leuchtweste tragen. Zudem haben alle unsere Einsatzleiter eine Ausbildung als SBB-Sicherheitschef Privat absolviert. Auf dem stillgelegten Abschnitt der Bahnlinie machen wir uns beim Rechen die Schienen zu Nutze. Da durch die vielen Einschnitte und Dämme der Zugang zum Gebiet schwierig ist, transportieren die Zivis das Schnittgut mit einer Draisine zu den nächstgelegenen Zugängen, wo es von der Unterhaltsequippe der kantonalen Fachstelle Naturschutz abgeholt wird.


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