Entbuschungsarbeiten Hochmoor Rothenthurm


Riedwiesen | Realisiert im Oktober 2019 | Kloster Fahr

Die Moorlandschaft zwischen Rothenthurm und Biberbrugg erlangte im Jahre 1987 nationale Berühmtheit durch die "Rothenthurm-Initiative".
Als Folge dieser Initiative wurde das grösste noch existierende Hochmoor der Schweiz (über 100 Hektaren in den Kantonen Schwyz und Zug) als "Hochmoor von nationaler Bedeutung" unter Schutz gestellt. Doch selbst die traditionelle Nutzung der weiten Streuwiesen durch die Landwirte konnte das Moor nicht vor dem stetigen Nährstoffeintrag aus der Luft bewahren. Ein weiteres Problem ist, dass vielerorts die Flächen entwässert wurden und somit ihren "Hochmoor-Charakter" verloren haben. Dies hatte zur Folge, dass in dieser Heidelandschaft plötzlich Büsche und Bäume wuchsen, wo diese früher nie vorgekommen sind. Aufgrund dieser Veränderung der Landschaft sind einzelne Tier- und Pflanzenarten verschwunden (z.B. Kiebitz und Grosser Brachvogel) oder selten geworden (Braunkehlchen und Wiesenpieper). In den 80er Jahren wurden rund 42 Braunkehlchen-Reviere gezählt auf Schwyzer- und Zuger-Seite. Im Jahre 2018 waren es auf Schwyzer-Seite nur noch 11.

Diese Bestandsabnahmen dieser Wiesenbrüter ist bei BirdLife Schweiz nicht unbemerkt geblieben, weshalb im Jahre 2016 das "Wiesenbrüter-Projekt" ins Leben gerufen wurde. Im Fokus dieser Arbeiten steht das Braunkehlchen. Hier befinden sich noch die grössten Bestände dieser Art in den östlichen Schweizer Voralpen. Im Rahmen dieses Projektes wurden in Absprache mit den Landwirten die Wiesen, welche von den Braunkehlchen besiedelt worden sind, erst nach der Brutzeit gemäht. Weiter wurden Ruten als Sitzwarte aufgestellt und grossflächig Entbuschungsmassnahmen durch lokale Landwirte, den Forst und dem Naturnetz (seit 2018) durchgeführt.

Der Arbeitseinsatz mit unseren Zivildienstleistenden erfolgte vom 14. - 25. Oktober. Mit Kreuzhauen, Äxten und Beilen sowie mit dem Einsatz eines Habeggers (Seilzug) wurden Pappeln, Weiden, Fichten, Birken und Faulbäume entfernt und kleinere Forstarbeiten mit der Motorsäge ausgeführt. Das entfernte Holz wurde an der Randzone gelagert und im Anschluss durch einen lokalen Landwirten gehäckselt. Auch wenn die Arbeiten ziemlich anstrengend waren, hatten wir das Privileg in einem einzigartigen Gebiet arbeiten zu dürfen. Die herbstliche Verfärbung der Sumpfwiesen, der morgendliche Nebel und die anschliessenden Sonnenstrahlen waren ein einzigartiges Naturschauspiel.

Im Gebiet stehen noch viele Entbuschungsarbeiten an. Die Arbeit wird uns auch nächstes Jahr (2020) nicht ausgehen. Wir freuen uns bereits jetzt schon auf den nächsten Einsatz und hoffen, dass sich unsere Arbeit positiv auf die Flora/Fauna auswirken wird.


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