Fledermausförderung Winterthur


Natur im Siedlungsraum, Nisthilfen | Realisiert im März 2013 | Kloster Fahr

Die Stadt Winterthur ist in den letzten Jahren markant gewachsen. Die Bedeutung vieler kleiner, teils weit über 100 Jahre alten Wasserreservoirs, schwand als für die Wasserversorgung der Bevölkerung neue und grössere Reservoirs gebaut wurden. So wurden die alten Reservoirs in Seen, bei Neuburg, an der Waldegg und in Reutlingen teils schon vor Jahrzehnten ausser Betrieb genommen. Der teure Rückbau der Anlagen wurde gescheut und die Bauten gingen fast vergessen. Die Idee einer Umnutzung als Lebensraum für Fledermäuse fiel bei Stadtwerk Winterthur auf fruchtbaren Boden. Datenlogger bestätigten, dass die im Innern herrschende Temperatur und Luftfeuchtigkeit ideal als Fledermausquartier war. So konnte das Naturnetz über zwei Jahre vier dieser Anlagen den Ansprüchen der Fledermäuse gemäss aufwerten.

Ob als Tagesquartier, frostsicherer Überwinterungsplatz oder zugluftfreie «Wochenstube» zur Jungenaufzucht einer ganzen Kolonie - Fledermäuse sind auf störungsfreie Rückzugsgebiete angewiesen. Von den 30 Arten, welche in der Schweiz leben, sind gut 12, ursprünglich felshöhlenbewohnende Arten, welche Spalten und Hohlräume in und an Gebäuden gerne als Ersatzlebensräume nutzen.

Ein erster Schritt bestand darin, einen Zugang für die Fledermäuse freizulegen. Leichter gesagt als getan! Es war ziemliche Knochenarbeit, sich mit Kernbohrer und Abbauhammer durch bis zu 90cm dicken armierten Beton durchzubeissen! Die Kavernenwände waren für Fledermäuse viel zu glatt, als dass sie sich daran hätten aufhängen können. Da die Ansprüche der einzelnen Arten ebenfalls stark varieren – manche hängen gerne frei, andere zwängen sich bevorzugt in enge Spalten – musste eine breite Palette an «Abhängplätzen» geschaffen werden.

Der Lärm der Maschinen hallte ohrenbetäubend in den engen Kavernen und Fräs- und Bohrstaub beeinträchtigten Sicht und Lungen der Zivis. Dank optimaler Schutzausrüstung waren die Arbeitsbedingungen aber einigermassen erträglich (vor allem wenn es draussen regnete ;-)) und tat der Motivation keinen Abbruch.

Das neue Wohnungsangebot scheint sich unter den Fledermäusen herumgesprochen zu haben: Im Reservoir Hüslihof sind bereits ein Jahr nach Fertigstellung die ersten Bewohner eingezogen!


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