Trockenmauer Parc Ela (Bergün Zinols)


Trockenmauern | Realisiert im Juli 2015 | Graubünden

In einem über zwei Jahre laufenden Projekt saniert das Naturnetz Graubünden eine historische Trockenmauer auf dem Gebiet des Skigebietes Tect/Zinols am Dorfrand von Bergün. Die Trockenmauer zieht sich entlang des Wanderweges zur SAC Hütte Chamonas d’ Ela. Etliche Wanderer bekamen die Mauer bereits im Bau zu Gesicht und zeigten sich interessiert an unserer Arbeit.

Die aus Stein und ohne Zusatz von Mörtel errichteten Trockenmauern stellen für kleine Tiere, aber auch für spezielle Pflanzenarten ein wichtiges Biotop dar. Die Wärme speichernde Funktion der Steine in Kombination mit den kleinen Schlupflöchern, welche sich zwischen den Fugen der Steine ergeben, ermöglichen das Überleben der spezialisierten Arten auch bei den rauhen Klimabedingungen auf rund 1500 Meter.

Auch aus kulturhistorischer Perspektive sind Trockenmauern von grosser Bedeutung. So zeugen sie von der bäuerlichen Kultur des Gebietes, in welchem Trockenmauern zur Stabilisierung, Terrassierung oder Abgrenzung von Weideflächen dienten. Diese Mauer in Bergün stützt einen alten Hohlweg seitlich ab, der sich fast senkrecht den Hang hinauf zieht. Die Mauer und die Hecke entlang des Weges bilden eine zentrale Struktur im Landschaftsbild.

Einige Abschnitte der Trockenmauer waren vom Zerfall bedroht und auch die ökologisch wichtige Beherbergungsfunktion der Mauer war durch das Eindringen von humosem Material nicht mehr vollends gegeben. Zwei Wochen lang haben sich deshalb zwei Zivildienstgruppen im Auftrag vom Parc Ela in dieser malerischen Landschaft an die Renovation zweier Trockenmauerabschnitte gemacht. Nach dem Abriss des maroden Mauerwerkes wurden die alten, autochthonen Kalksteine aufs Neue zu einer Trockenmauer aufeinandergeschichtet. Für die Erneuerung musste nur wenig neues Gestein hinzugezogen werden. Bei diesen, aus dem Val Tuors und dem oberhalb von Bergün gelegenen Sablunun Tobel herantransportierten Steinen, handelt es sich ebenfalls um den regional typischen Kalkstein.

Nebst dem Schichten und Bearbeiten von Steinen durften die Zivildienstleistenden unter anderem Zeugen einer zur Rehpaarung gehörenden Verfolgungsjagd zwischen Ricken und Bock werden. Ein weiterer Höhepunkt war die spannende Dorf-Führung, welche einen Einblick in die Geschichte von Bergün mit seinen imposanten Engadinerhäusern ermöglichte.


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