Kastanienselvenprojekt Tessin


Obstgärten, Wald | Realisiert im November 2010 | Tessin

Viele Täler im Tessin sind geprägt durch ein jahrhundertealtes Miteinander von Mensch und Edelkastanie. Das starke und schöne Kastanienholz wurde für den Hausbau gebraucht, die Früchte waren Grundnahrungsmittel der Bevölkerung. Nach den 1950er Jahren verlor die traditionelle Nutzung allmählich ihre Bedeutung und die Kastanienselven wurden infolge der Nutzungsaufgabe immer dichter und dunkler. Schnellwüchsige Gehölze machten der Kastanie Platz und Licht streitig, erhöhten die Waldbrandgefahr und verunmöglichten schliesslich die Ernte der Früchte. Mit dieser Entwicklung einher ging eine Veränderung des Lebensraums. Charakteristische, teils hochspezialisierte Tier‐ und Pflanzenarten, welche in diesen lichten, parkartigen Selvenlandschaften und in den alten knorrigen und höhlenreichen Bäumen einen Lebensraum fanden, verschwanden.

Das Naturnetz führte deshalb in der Gemeinde Vezio die Revitalisierung einer alten Kastanienselve durch. Hauptsächlich standen Holzer‐ und Entbuschungsarbeiten an. Die Zivis befreiten die Hänge von Brombeergestrüpp, Sträuchern und Adlerfarn und rückten das geschlagene Holz aus den Flächen. Weiter wurden ökologische Kleinstrukturen wie Stein‐ und Asthaufen oder Totholzbeigen angelegt, Wanderwege saniert und Stützwände gebaut.

Das Projekt wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Verein Hot Spots und den beteiligten Gemeinden geplant und ausgeführt. Es ist auf mehrere Jahre ausgelegt und der nächste Einsatz im Herbst 2011 steht bereits fest.


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