Trockenmauern Parc Ela (Lantsch, Tiefencastel, Bergün)


Trockenmauern | Realisiert im Juli 2012 | Naturnetz mobil

Auch dieses Jahr sanierten wir im Auftrag des grössten regionalen Naturparks der Schweiz diverse Trockenmauern. Als stark präsentes Element, das die Kulturlandschaft in Alpen seit Jahrhunderten prägt, sind Trockenmauern ein wichtiges Thema für den Parc Ela. Wie Magerwiesen, Hecken oder abwechslungsreiche Wald- und Weidelandschaften zeigen Trockenmauern den Mehrwert traditioneller Formen der Landnutzung für die Artenvielfalt auf. Ohne den ökologischen Gewinn in den Vordergrund zu stellen, bewirtschafteten und gestalteten die Bergbewohner über Generationen ihre Landschaft im Einklang mit der Natur um von all dem zu profitieren, was die Natur ihnen gab. Das Errichten von Stütz- und Weidemauern aus Steinen war naheliegend und das Trockenmauer-Handwerker ein Teil jedes Bauernlebens. Um die Kunst des Trockenmauerbaus und die Freude daran nicht ganz von Mörtel und Beton verdrängen zu lassen, fördert der Parc Ela den Bezug der Bevölkerung zu Trockenmauern mit verschiedenen Projekten.

So bauten wir mit einer Gruppe Zivis während drei Wochen verschiedene Mauern in Zusammenarbeit mit lokalen Bauern und Gemeindearbeitern. Die grösste Baustelle war eine Stützmauer in Lantsch, hinter die während vielen Jahren Steine von den umliegenden Felsen deponiert wurden. Die Mauer wurde mit wachsendem Steindepot mehrmals erhöht, so dass Höhe und Basistiefe in gewissen Mauerabschnitten nicht mehr im Verhältnis standen, was zum Zerfall führte. Punktuell bauten wir gewisse Abschnitte vom Fundament her neu auf. Wo die Mauer intakt war, verstärkten wir die Krone. Mit Hilfe des Landwirtes und seinem Bagger konnten auch grosse Steine gesetzt werden, was vor allem den hohen Mauerabschnitten eine willkommene Stabilität gibt. Auch wenn diese eher abseits gelegene Mauer nur von wenigen Menschen wahrgenommen wird, stellt die sanierte Mauer einen, vor allem ökologischen, Gewinn dar. Auf der Steindeponie hinter der Stützmauer wächst mittlerweile eine etwa sechs Meter breite Hecke mit beachtlicher Pflanzenvielfalt. Zusammen mit den nahegelegenen Magerwiesen bietet sie ein vielfältiger Lebensraum, der durch die sanierte Mauer bereichert und erhalten wird. Dies wurde uns während der Arbeit, als ein Zivi in der Hecke eine Schlange entdeckte, schön vor Augen geführt.

Eine weitere, mehr auf Öffentlichkeitsarbeit ausgelegte Baustelle, waren zwei neu gebaute Sitzmauern auf dem Schulhausplatz in Tiefencastel, der Ortschaft in der Parkmitte. Als Vorzeigeobjekte, die spielenden Schulkindern ausgesetzt sind, mussten die freistehenden Mäuerchen exakt und stabil gebaut werden. Die Zivis bissen sich zwar die Zähne aus, doch war sowohl das Ergebnis wie auch die Reaktion der Passanten erfreulich.


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