Springkraut Bekämpfung an den Waldbäche der Thurauen


Neophyten | Realisiert im Juni 2022 | Nordostschweiz

Wenn man an Wasserläufe in den Thurauen denkt, denkt man an die langsam mäandrierende Thur, die beim Thurspitz in den Rhein mündet. Doch im Gebiet der Thurauen münden auch zwei Bäche in die Thur. Der Meder-, sowie auch der Schüepbach fliessen durch die Wälder der Thurauen und sind Heimat für den Biber.

Der Mederbach tritt mit einem kleinen Wasserfall am Riselibuck in die Thurauen und windet sich dann langsam zum Nordufer der Thur. Auf seinem Weg wird er an einigen Stellen durch Biberdämme aufgestaut und tritt bei Hochwasser über die Ufer in das angrenzende Waldgebiet. Als Besucher kann man den Mederbach an vier verschiedenen Stellen über eine kleine Brücke überqueren. Von diesen Brücken aus kann man auch die Bauwerke der Biber und das Äste- und Baumstamm-Labyrinth über dem Bach bewundern.

Etwas heimlicher fliesst der Schüepbach durch die Thurauen. Bei der Wehri schlängelt er sich an einer Hecke entlang und tritt dann in ein kleines Waldstück ein. In einer langgezogenen Kurve biegt er dann Richtung Thur ab und mündet gegenüber des Eggranks in die Thur.

An beiden Bächen wird seit dem Jahr 2016 das Drüsige Springkraut (Impatiens glandulifera), ein invasiver Neophyt, bekämpft. Dank den Stauarbeiten des Bibers gab es entlang der Bäche immer wieder feuchte Stellen und Gebiete, wo Springkrautsamen eingespült und perfekt gedeihen konnten. Diese Bekämpfung ist wichtig, denn die Thurauen sind ein Naturschutzgebiet von nationaler Bedeutung und beheimaten viele seltene Tier- und Pflanzenarten.

Die Bekämpfung an den Bachläufen verhindert, dass die Springkrautsamen nicht in die Thur weitergetragen werden, denn auch dort werden durch das Naturnetz invasive Neophyten bekämpft. So werden die wertvollen Kiesbänke und Uferbereiche der Thur und die Lebensräume des Eisvogels und des Flussregenpfeifers geschützt.

In den ersten Jahren konnte man an den Waldbächen noch sehr dichte Bestände des Springkrauts antreffen, doch durch beständige und genaue Bekämpfung sind diese nur noch mit einzelnen Exemplaren vertreten. Die Bekämpfung des Springkrautes der letzten Jahre war so erfolgreich, dass seit drei Jahren der Bekämpfungsperimeter immer mehr vergrössert werden konnte. Somit kann am Schüepbach bereits der ganze Waldabschnitt von Springkraut befreit werden und am Mederbach wurde an einer Stelle begonnen weitere invasive Neophyten, wie Goldruten (Solidago), zu bekämpfen.

Die Bekämpfung entlang der Waldbäche in den Thurauen zeigt, dass eine regelmässige und genaue Neophytenbekämpfung zu einem Erfolg führt und dichte Bestände bereits nach ein paar wenigen Jahren nur noch aus einzelnen Pflanzen bestehen. So haben einheimische Pflanzen mehr Platz und das Futterangebot des Bibers wird grösser und diverser.


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