Rekultivierung Brachfläche, Familiengärten Juchhof


Natur im Siedlungsraum, Wiesen, Neophyten | Realisiert im September 2019 | Kloster Fahr

An der Grenze zwischen dem Familiengarten Juchhof und der Biogasanlage Werdhölzli in der Stadt Zürich befindet sich eine abgezäunte Brachfläche, wessen Unterhaltverantwortung bis dato unbekannt war. Wegen der fehlenden Pflege wurde die Fläche von Armenische Brombeere (Rubus armeniacus) und diversen schnell wachsenden Gehölzen - v.a. Roter Hartriegel (Cornus sanguinea) und Gemeine Esche (Fraxinus excelsior) - überwuchert. Zudem wurde die Fläche von den benachbarten Schrebergarten-Bewirtschaftern als Ablagerungsstelle für alles mögliche an nicht mehr gebrauchten Materialien (Grüngut, Steingut, Abfall, etc.) genutzt. 2019 haben sich die Zivis vom Naturnetz im Auftrag von Grün Stadt Zürich der Fläche angenommen, um diese in einen ökologisch wertvollen, extensiv bewirtschafteten Krautsaum mit einer zum Familiengarten angrenzenden Niederhecke aufzuwerten.

Dazu wurden in einer Initialphase im März 2019 alle Materialdepots entfernt und entsorgt sowie Brombeeren und wuchernde Gehölze auf der ganzen Fläche gemulcht und ausgestockt. An der Grenze zum Familiengarten wurde zudem ein erster Schnitt der Hecke zugunsten einer ökologisch wertvollen Niederhecke mit Buchten und einer abgrenzenden Wirkung zu den Schrebergärten vorgenommen. Neben Motorsense und Heckenschere wurde hier vor allem die Kraft der Zivis, die mit Pickel und Kreuzhauen alles Unerwünschte aus dem Boden entfernten, benötigt.

Vor dem zweiten Arbeitsschritt im Juni 2019 konnte schon eine erheblich positive Wirkung der bisherigen Arbeiten festgestellt werden. Eine nährstoffzeigende, diverse Krautvegetation hatte sich auf grossen Teilen der Fläche eingestellt. Die Hecke wies die gewünschte Form auf. Die armenische Brombeere wucherte nur noch in kleineren Teilflächen. Schnell wachsende Gehölze waren im gewünschten Mass zurückgedrängt. Erwartungsgemäss - wegen der Nähe zu den Familiengärten und der Strasse - konnten sich auch einige invasive Neophyten breitmachen. So wurde vor allem das Einjährige Berufkraut (Erigeron annuus) und die Gewöhnliche Jungfernrebe (Parthenocissus inserta) an einigen Stellen entdeckt. Vor der ersten Mahd mussten die Zivis somit neben den restlichen Brombeeren auch noch die Neophyten ausstocken. Mit Balkenmäher und in den Randbereichen mit Motorsensen wurde der Krautsaum anschliessend schonend gemäht und wiederum in Handarbeit mit Rechen und Gabel zusammengetragen und entfernt.

Nach einem weiteren Neophytendurchgang sowie der Herbstmahd ist die Fläche schon sehr nahe am gewünschten Zustand. In Zukunft soll sich die Bewirtschaftung der Fläche auf je zwei kurze Neophytendurchgänge sowie eine zweimalige Mahd beschränken. So konnte mit wenig Aufwand aus einer mit invasiven Brombeeren verseuchten Abfalldeponie eine ökologisch wertvolle Randfläche geschaffen werden.


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