Herbstmahd Schilffläche am Sprächerberg


Riedwiesen | Realisiert im September 2018 | Kloster Fahr

Eines steht fest: Naturschutz heisst in den wenigsten Fällen die Natur sich selbst zu überlassen. Dies trifft in der Schweiz vielleicht auf Waldreservate oder intakte Hochmoore zu, jedoch nicht für all die Lebensräume, welche der Mensch durch sein jahrhundertelanges Wirken erschaffen hat. Wäre die Schweiz unbesiedelt, wäre sie, abgesehenen von Gebieten oberhalb der natürlichen Waldgrenze, Gewässer und an Orten wo die natürliche Dynamik (Erdrutsche, Waldbrände, Überschwemmungszonen von Gewässern) in der Naturlandschaft temporär offene Flächen geschaffen hat, ein einziger und grosser Wald. Doch in diesem Projekt am Sprächerberg im Aeugstertal geht es nicht um Wald, sondern um ein kleineres Stück Hangried - also um Nicht-Wald. Um die vom Mensch erschaffenen Hangriede zu erhalten, respektive vor dem Verwalden zu bewahren, braucht es aktive Massnahmen wie das regelmässige Mähen. Und dafür sind die Zivis von Naturnetz an den Sprächerberg gekommen.

Mit Motorsensen, Rechen und Heugabeln auf den Schultern mussten wir zuerst einmal über eine Weide zum Arbeitsort kommen. Ein nicht ganz ungefährliches Unterfangen. Denn auf der Weide waren Mutterkühe. Doch diese waren eher neugierig als daran bedacht, uns als Eindringlinge zu sehen. Kaum angekommen ertönten so dann auch schon die ersten Motorsensen. So ein Hitzesommer hat nicht nur negative Seiten, denn in diesem Jahr war das Schilf durch die Regenarmut nicht allzu hoch gewachsen, was uns die Arbeit enorm erleichterte.

In Rekordzeit war die Fläche gemäht, gerecht und das Schnittgut für den Bauer am Rand der Weide deponiert worden. So hatte die Zivigruppe noch fast einen halben Tag um einen weiteren Mähauftrag, diesmal an der Limmat in Dietikon, zu erledigen.


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