Kiesgrube Rüteren


Neophyten, Riedwiesen, Gewässer | Realisiert im Oktober 2013 | Kloster Fahr

In Weiach ist bis heute eine grosse Kiesgrube in Betrieb, ein Teil davon wird aber seit langer Zeit nicht mehr genutzt. Dadurch entwickelte sich dieser Teil zu einem eigentlichen botanischen Hotspot. Da sich in der rund fünf Hektar grossen Grube ebenfalls der tiefste Punkt des Kantons Zürich befindet, heizt sich der Grubenkessel sehr stark auf. Durch die grosse Hitze und Trockenheit entwickelte sich auf den kiesigen Hängen und auf dem Grubenboden eine für den Kanton Zürich einzigartige Trockenwiese. Gelber Zahntrost, Acker-Wachtelweizen, Kreuz-Enzian und Bienen-Ragwurz sind hier heimisch geworden - ein hervorragender Ort auch für Schmetterlinge und Wildbienen. Leider machen Neophyten auch vor solch spannenden Orten nicht Halt...

Jahr für Jahr bekämpft das Naturnetz in der Grube exotische Pflanzen wie Goldrute, Berufkraut und Nachtkerze. In mühsamer Handarbeit und zum Teil in grösster Hitze rupfen die Zivis diese Pflanzen aus. Auch Robinien und Sommerflieder probieren Fuss zu fassen, was wir durch gezieltes Auspickeln verhindern können. An einigen Hängen machen sich Brombeeren und kleine Weiden breit, die durch die Zivis aber ebenfalls entfernt werden.

Oberhalb der Grube befindet sich das ehemalige Schlammabsetzbecken. Eine feuchte Wiese mit vielen Kleinen Rohrkolben und anderen seltenen Feucht- und Wasserpflanzen. Inmitten dieser Feuchtwiese ist ein kleiner See, welcher fast ganz von Schilf zugewachsen ist. Um Platz für seltene Pflanzen zu schaffen, mäht das Naturnetz jeden Herbst in einer spektakulären Aktion die ganze Schilffläche. Diesen Herbst stand das Wasser eher hoch, deshalb entwickelte sich diese Aktion zu einer richtigen Schlammschlacht. Beim Unterwassermähen mit Motorsensen versanken die Zivis zum Teil bis zu den Hüften im weichen Schlamm. Am Schluss konnte aber alles Schilf entfernt werden und es präsentiert sich wieder eine grosse, offene Wasserfläche.


In der Nähe