Mäharbeiten ehemalige Schafweide Obere Waidstrasse


Magerwiesen | Realisiert im September 2016 | Kloster Fahr

An der Oberen Waidstrasse in Höngg liegt eine teilweise eingezäunte Wiese, die früher als Schafweide genutzt wurde. Die ehemals artenreiche und deshalb ins Bundesinventar der Trockenwiesen und Weiden aufgenommene Fläche hatte durch die Beweidung jedoch an ökologischem Wert verloren. Im südöstlichen Bereich war sie stark verbuscht, da aufkeimende Gehölze von den Schafen nur ungenügend abgefressen worden waren. Zudem waren in den steilen Teilen der Fläche massive Trittschäden festzustellen und der Nährstoffeintrag durch den Kot der Schafe liess kommune, nährstoffliebende Pflanzenarten auf Kosten der wertvollen Magerwiesenvegetation gedeihen. Die Stadt Zürich als Eigentümerin der Fläche entschied sich deshalb, den Pachtvertrag auf Ende 2014 auslaufen zu lassen und die Fläche in Zukunft vom Juchhof, dem städtischen Landwirtschaftsbetrieb, als Wiese bewirtschaften zu lassen.

Zuerst musste die Fläche jedoch in einen Zustand gebracht werden, der eine einfache maschinelle Bewirtschaftung erlaubt. An diesem Punkt kamen die Zivis vom Naturnetz ins Spiel. In mehreren schweisstreibenden Einsätzen wurden im Jahr 2015 die Trittschäden ausgeebnet, Gebüsche gefällt und ihre Wurzeln ausgegraben und ein Teil des Zauns abgebaut. Da die Wiese zudem südexponiert und kaum beschattet ist, wurde mittels eines Baggers ein Teil des Oberbodens in einem stark überdüngten Bereich der Fläche abgetragen, um im Rahmen eines überkantonalen Projekts seltene Orchideenarten anzusiedeln.

Damit die Orchideen optimal gedeihen können und sich die Gebüsche nicht wieder ausbreiten, muss die Fläche noch einige Jahre durch das Naturnetz mit Balkenmäher und Freischneider gemäht werden. Dabei lassen die Zivis bei jedem Schnitt 10-15% der Vegetation stehen. So haben die auf der Fläche lebenden Kleintiere immer einen Rückzugsort und auch spät blühende Pflanzenarten haben eine Chance zur Vermehrung. Dies kommt auch Honig- und vielen Wildbienenarten zugute, die auf ein konstantes Nektar- und Pollenangebot angewiesen sind. Das Schnittgut bleibt jeweils einige Tage liegen, damit allenfalls vorhandene Samen von den Samenständen abfallen und Insekten und andere Kleintiere von den geschnittenen in die geschonten Flächen übersiedeln können. Anschliessend wird das Heu von den Zivis zusammengerecht und mit der Heugabel auf unseren Kipper geladen. Wir bringen es ins Vergärwerk Werdhölzli, wo es zu Kompost und Biogas verarbeitet wird.


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