Pflegearbeiten im Aarschächli


Neophyten, Riedwiesen, Magerwiesen, Kiesgruben | Realisiert im September 2012 | Mittelland

Auf einer intensiv genutzten Landwirtschaftsfläche, in unmittelbarer Nähe eines vor ein paar Jahren neu angelegten Aare-Altlaufs im Gebiet Aarschächli, wurden im Jahr 2011 Ersatzlaichgewässer für ein nahegelegenes, trocken gefallenes Laichgebiet nationaler Bedeutung geschaffen. Dabei wurde auf ca. 8000 m2 entlang eines Giessen der gesamte Oberboden abgetragen und entlang des Feldweges zu einem Damm aufgeschichtet. Auf zwei Dritteln der Fläche hob ein Bagger unzählige, kleinste, Grundwasser gespiesene Löcher aus. Die restliche Fläche wurde ein wenig höher angelegt und mit anfallendem Kies und Sand als Magerstandort gestaltet. Auf dieser Fläche wurden vier sehr flache durch Regenwasser gefüllte Kalkstabilitteiche angelegt, welche von Zeit zu Zeit austrocknen können (und sollen). In dieser neuen Tümpel-Landschaft finden Gelbbauchunken und andere Pionierarten wieder geeignete Laichplätze.

Pionierarten bevorzugen neue, flache, gut besonnte Tümpel die immer wieder gestört werden und periodisch austrocknen. Vor den grossen Gewässerkorrektionen wurden solche Gewässer in den natürlichen Auen immer neu geschaffen. Diese fehlende Dynamik soll im Aarschächli durch regelmässigen Baggereinsatz wieder hergestellt werden.

Um diese Bestrebungen zu unterstützen setzte das Naturnetz im Herbst 2012 eine Gruppe von Zivis ein. Mehr als eine Woche lang wurden verschiedene Pflegemassnahmen zur Offenhaltung dieser Biotope durchgeführt. Neben verschiedenen Mäharbeiten am Damm und im Schilf entlang des Giessen war das Entfernen von 10’000en von 10 bis 80 cm grossen Jungweiden unsere Hauptaufgabe. Zum Teil standen pro Quadratdezimeter bis zu fünf kleine Weiden. Gebückt, kauernd, kniend und sitzend von Hand mit Hilfe von Kreuzhauen, Schanzpickeln oder Strauchzwingen arbeiteten wir uns Meter für Meter durch diesen „Weidenwald“. Schon nach einem halben Tag taten uns der Rücken, die Füsse, die Knie und am meisten die Hände weh. Obwohl die Weiden noch nicht sehr gross waren hatten sie sich schon fest im kiesig-sandigen Untergrund verwurzelt. Als Baumart die sehr schnell und effizient offene Bodenflächen (in diesem Fall nach der Umgestaltung) besiedelt, konnten diese Weiden den neu entstandenen Lebensraum schneller in Beschlag nehmen als die erwünschten Blumen und Grasarten ruderaler Standorte. Es ist anzunehmen, dass je dichter der Vegetationsteppich wird, umso weniger Weiden keimen werden und solche Einsätze immer weniger werden.

Das 2013 wird uns zeigen wie diese Massnahmen gewirkt haben und wie die Pflege in Zukunft aussehen muss.


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