Im Rahmen des Projekts „Grenzkultur“ des Regionalen Naturparks Pfyn-Finges arbeitete das Naturnetzteam mehrere Wochen lang auf verschiedenen Alpen innerhalb des Parkperimeters. Die Einsätze auf den Alpen sind sehr beliebt bei den Zivildienstleistenden. Das Eintauchen in eine für viele nicht alltägliche Welt ist spannend und macht Freude. Übernachtet wurde jeweils in einer Alphütte vor Ort. Mit Handwerkzeug und Muskelkraft stellte das Naturnetz im Turtmanntal, auf der Maiggenalp und der Illalp noch bestehende aber meist stark zerfallene Steinwalme instand.

Alpweiden waren über Jahrhunderte hinweg von existenzieller Bedeutung für die Landbevölkerung. Im Zuge der Räumungs- und Weidepflegeleistungen früherer Generationen entstanden vielerorts entlang von Weide- oder Eigentümergrenzen Steinwälle, Steinhaufen oder Mauern. Bis heute dienen diese Strukturen als Schutzwälle gegen weiteres Erosionsmaterial, als Treibweg für das Vieh oder als „Chrommu” um einzelne Tiere von der Herde zu separieren.

Derartige Strukturen sind also für die lokale Kulturlandschaft charakteristisch und wertvoll für den Tourismus. Sie haben ökologischen Wert: Sie dienen verschiedenen Kleintierarten als Rückzugsraum oder, erwärmt von der Sonne, als Ruheplätze für Reptilien.

Die über Zeit vom Schneedruck erodierten Walme wurden zusammen mit in der Weidefläche liegendem Steinmaterial neu aufgeschichtet und inventarisiert. Je nach Zustand wurden die Steinwalme bis auf die Grundsteine abgetragen. Die Grundsteine wurden dann neu ausgerichtet und im „Reissverschlusssystem“ wieder aufgeschichtet. Dabei wurde darauf geachtet, dass die einzelnen Steine sowohl seitlich wie auch nach hinten in den Walm eingebunden wurden. Damit wird gegenüber dem schnelleren „Zusammenschmeissen“ die Stabilität des Walmes deutlich erhöht, ohne dabei allzu viel Zeit einzubüssen.

Ein Steinwalm ist nie fertig. Alpweiden sind ein schier endloses Steinlager und jeden Winter werden neue Steine mit dem Schnee heran transportiert. Bei der Sanierung wurde darauf geachtet, dass sich der Walm nach oben nur wenig verjüngt, damit auch die vorerst oberste Schicht ein möglichst grosses Tableau bildet. Hierauf können nun weitere Schichten gelegt werden, denn in der heutigen, extensiven Bewirtschaftung der Alpen haben die Steinwalme ihre Bedeutung längst nicht verloren.


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