Heckenpflege im Furttal


Hecken & Feldgehölze | Realisiert im Dezember 2016 | Mittelland

Zwischen Regensdorf und Würenlos erstreckt sich das Furttal. Im Vergleich zum parallel verlaufenden Limmattal ist es noch stark ländlich geprägt und hat insbesondere an den Südhängen der Lägern einige ökologische Highlights zu bieten. Der Lägernkamm ist ein Waldreservat, in dem sich seit fast zwei Jahrzehnten ein Naturwald entwickeln kann. Zwischen den offenen Felspartien - eine Seltenheit im Mittelland - finden sich standortgerechte Baumarten in allen natürlichen Altergruppen und jede Menge Totholz, ein Paradies insbesondere für holzbewohnende Käfer und die sich von ihnen ernährenden Spechte. Im tiefer liegenden Sonderwaldreservat wird hingegen über die Bewirtschaftung ein lichter Baumbestand mit einer vielfältigen Krautschicht angestrebt. Im Landwirtschaftsland finden sich schliesslich zahlreiche trockene, nährstoffarme Standorte sowie durch Hangaustritte vernässte Riedflächen, die unter Naturschutz stehen.

Das Naturnetz pflegt 24 Naturschutzgebiete des Kantons im Furttal. Neben der ein- bis zweimal jährlichen Mahd der Wiesen- und Riedflächen und der Bekämpfung von invasiven Neophyten gehören dazu auch regelmässige Pflege- und Aufwertungsmassnahmen an den Hecken und Feldgehölzen der Gebiete. Dies ist nötig, damit die konkurrenzstarken Waldbäume (Buche, Esche, Ahorn etc.) die langsam und weniger hoch wachsenden Heckensträucher nicht verdrängen und die Hecke sich nicht in angrenzende Flächen hinein ausbreitet. Ein weiteres Problem ergibt sich aus der armenischen Brombeere. Diese Art aus dem Kaukasus wurde in der Schweiz als Beerenstrauch eingeführt und breitet sich im Mittelland mittlerweile stark aus. Gerne setzt sie sich in Hecken, Feldgehölzen und Waldrändern fest, verdrängt die einheimischen Brombeerarten und Hochstauden und wuchert in Wiesen und Weiden hinein. Die Zivis vom Naturnetz führen deshalb regelmässige Pflegeeingriffe durch, bei denen die schnell wachsenden Arten (Haseln, Hainbuchen und Waldbäume) auf den Stock gesetzt und damit die typischen, wertvollen Heckensträucher wie Schwarzdorn, Pfaffenhütchen und Wildrosen gefördert werden. Bei dieser Gelegenheit geht es auch den armenischen Brombeeren an den Kragen: Nachdem die Zivis die oberirdischen Triebe geschnitten und entfernt haben, graben sie die Wurzeln aus. Nur so kann garantiert werden, dass der hartnäckige Strauch nicht wieder nachwächst.

Bei artenarmen Hecken pflanzen wir manchmal auch neue Sträucher. So beispielsweise bei einer Hecke an der Grenze zwischen Dällikon und Dänikon, die fast nur aus grossen Haseln und Bäumen bestand. Nachdem der lokale Forstbetrieb die meisten Sträucher und Bäume auf den Stock gesetzt hatte, rückten unsere Zivis mit Spaten, Giesskannen und einigen Dutzend jungen Sträuchern aus der Forstbaumschule des Kantons an. Die Sträucher wurden nach Art getrennt in kleinen Gruppen gepflanzt. So entsteht weniger Konkurrenz und Ausfälle können kompensiert werden. Zudem wurden sie ihrer Wuchsform entsprechend platziert, kleinwüchsige Rosen also an den Rand der Hecke, Grosssträucher wie Heckenkirsche und Vogelbeere in die Mitte. Am Schluss mussten alle Sträucher noch ausgiebig gewässert werden, pro Pflanze 1-2 Giesskannen voll. Nur so erhalten die Feinwurzeln nach dem Pflanzen genug Kontakt mit der Erde und können die Nährstoff- und Wasseraufnahme gewährleisten. Da die Haseln und Bäume nur auf den Stock gesetzt wurden, ihre Wurzeln aber noch im Boden sind, werden wir sie für einige Jahre regelmässig wieder zurückschneiden müssen, damit sich unsere gepflanzten Sträucher optimal entwickeln können.


In der Nähe