Trockenmauer Hebleren 2015


Trockenmauern | Realisiert im August 2015 | Kloster Fahr

Die Stiftung Zingel führt ökologische Aufwertungsmassnahmen in der Umgebung des gleichnamigen Steinbruchs in Seewen SZ durch. In diesem Rahmen konnte das Naturnetz bereits in den Jahren 2013 und 2014 zerfallene Trockenmauern beim Urmiberg wieder instand setzen. Das Resultat überzeugte, so dass wir dieses Jahr insgesamt acht Wochen im Frühjahr und Sommer weiterarbeiten konnten.

Zur Vorbereitung des Fundaments wurde ein Schreitbagger verwendet. Dieser räumte erst die alten Steine weg, bereitete ein sauberes Bett in der gewachsenen Erde vor und verlegte dann grosse, unförmige Steine als Fundament. Auf dieser Grundlage bauten wir anschliessend mit kleineren Steinen die neue Mauer. Kleiner ist in diesem Zusammenhang nicht falsch zu verstehen: Mit Steinzange, Struppen, Stemmeisen und Kettenseilzug wuchteten wir Steine von mehreren hundert Kilo Gewicht auf die Mauer. Damit die Steine optimal aufeinanderpassten, mussten sie meist zuerst mit Hammer und Meissel bearbeitet werden. Ein schweisstreibendes Unterfangen beim verwendeten Alpenkalk. Die wichtigsten Werkzeuge des Trockenmaurers sind deshalb ein geübtes Auge und ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen; man erspart sich viel Ausprobieren und Bearbeiten, wenn man sich von Anfang an einen passgenauen Stein ausgesucht hat.

Beim Bau einer Trockenmauer müssen einige Regeln eingehalten werden. So sollte die Mauer beispielsweise immer gegen ihren Kern geneigt sein, damit sie sich durch ihr Eigengewicht selbst stabilisiert. Ein Holzgerüst, zwischen dessen Pfosten eine Schnur entlang der geplanten Mauerlinie gespannt wird, dient als Orientierungshilfe. Die Steine müssen immer so gesetzt werden, dass sie auf mindestens zwei Steinen aufliegen und keine vertikalen Fugen über mehrere Mauerschichten entstehen. Zudem sollten in regelmässigem Abstand Bindersteine eingebaut werden, die möglichst weit in die Mauer hineinragen. Als Abschluss werden grosse Decksteine auf die Mauer gesetzt. Sie verbinden die beiden Seiten der Mauer und verhindern ein Verrutschen der obersten Steine, etwa wenn Wildtiere über die Mauer steigen. Eine nach diesen Grundsätzen gebaute Mauer kann mehrere hundert Jahre überdauern und ist damit langlebiger als jede Betonmauer. Für alle Beteiligten ist es ein schöner Gedanke, ein Bauwerk geschaffen zu haben, das uns möglicherweise überleben wird.


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