Glögglifroschrettung im Boppelser Feuerwehrweiher


Gewässer | Realisiert im August 2018 | Kloster Fahr

Im Boppelser Feuerwehrweiher fühlen sich zahlreiche Tiere wohl, darunter Libellenlarven, Steinkrebse und eine grosse Population der seltenen Geburtshelferkröte. Der im Volksmund wegen seines glockengeläutähnlichen Rufs auch "Glögglifrosch" genannte Froschlurch ist einzigartig unter den einheimischen Amphibien: Die adulten Tiere paaren sich nicht im Wasser, sondern an Land. Dabei wickelt das Männchen die befruchteten Leichschnüre des Weibchens um seine Hinterbeine und trägt diese so lange schützend mit sich herum, bis die Eier reif zum Schlüpfen sind. Erst dann begibt es sich zu einem passenden Gewässer und überlässt die Kaulquappen ihrem Schicksal. Nur wenige Amphibienarten kümmern sich überhaupt in irgendeiner Form um ihren Nachwuchs, geschweige denn mit einer derart modern anmutenden Rollenverteilung.

Weil er sonst undicht wird, muss der Weiher einmal pro Jahr von der Gemeinde trockengelegt und geputzt werden. Damit die Kaulquappen und die anderen Weiherbewohner nicht dem Saugrüssel zum Opfer fallen, führt der örtliche Naturschutzverein jeweils eine Rettungsaktion mit freiwilligen Helfern und Zivis vom Naturnetz durch. Sie sammeln alle Tiere im Weiher auf und bringen sie sicher in Kesseln unter, während die Gemeindearbeiter ihre Arbeit machen. Für unsere Zivis eine einmalige Gelegenheit, all die verschiedenen Arten mal aus der Nähe sehen zu können. Sehr eindrücklich ist auch, wieviele hundert Tiere sich in so einem vergleichsweise kleinen Gewässer tummeln. Wir freuen uns schon auf die nächste Rettungsaktion beim Boppelser Feuerwehrweiher!


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