Liestal Trockenwiesen Schneckenförderung


Natur im Siedlungsraum, Wiesen | Realisiert im April 2018 | Kloster Fahr

Auf dem Gebiet der Stadt Liestal wurde am Schilingsrain eine Böschung zugunsten seltener Schneckenarten der Trockenwiesen und Trockenweiden aufgewertet. Zielarten dieser Aufwertungsmassnahmen sind die Zebraschnecke, die Wulstige Kornschnecke, die Quendelschnecke und die Westliche Heideschnecke. Die ökologischen Habitatsansprüche dieser gefährdeten Schneckenarten sind ein mehrheitlich offener Boden (zw. 50-75%) eng verzahnt mit einer mageren, eher niedrigen Krautschicht, viel direkte Sonneneinstrahlung und Rückzugsmöglichkeiten in den Boden.

Die Böschungen am Schillingsrain grenzen im Westen direkt an eine Trockenweide, in welcher drei von vier der genannten Schneckenarten vorkommen. Durch die Aufwertungen der Böschung soll ihr Habitat erweitert werden.
Die Böschung war mit jungen Bäumen zugewachsen und musste, um den Ansprüchen dieser Schneckenarten zu entsprechen, total entbuscht werden. Da diese Bäume bereits über ein starkes Wurzelwerk verfügten, war eine Ausstockung mittels Seilwinde keine Option. Man hätte so die ganze Böschung destabilisiert. Gefragt waren also die Zivis mit ihren Motorsägen. In einem ersten Durchgang wurden sämtliche Jungbäume gefällt und durch den Hacker der Stadt Liestal gelassen, welche das Grüngut auch abtransportierten. Zwei grosse Weiden wurden stehen gelassen und zu Kopfweiden umgestaltet. In den darauffolgenden Arbeitseinsätzen wurden die Stockausschläge gemäht und so die Böschung offen gehalten. Ziel ist es, dass in den nächsten Jahren mehrmals im Jahr gemäht wird, sodass die Stöcke eintrocknen und damit die Böschung für die genannten Schneckenarten nicht mehr verbuscht. Trotz erschwerten Bedingungen (Verkehr und steile Böschung) kann sich das Resultat der Arbeiten sehen lassen. Schon nach dem ersten Jahr ist eine offene Böschung entstanden. Die Schnecken können also kommen!


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