Bau einer Hangverbauung zur Förderung der Geburtshelferkröte


Kleinstrukturen | Realisiert im April 2017 | Kloster Fahr

Der ehemalige Feuerwehrweiher in Boppelsen wird von der Dorfbevölkerung seit jeher als Badeweiher genutzt. Doch nicht nur den Menschen gefällt der Weiher, auch seltene Arten wie der Steinkrebs und die Geburtshelferkröte halten sich dort gerne auf. So entschloss sich der Naturschutzverein Boppelsen zur Feier seiner Gründung vor 75 Jahren zusammen mit dem Naturnetz eine Massnahme zur Förderung der Geburtshelferkröte am Boppelser Weiher umzusetzen.

Die Geburtshelferkröte, im Volksmund wegen ihres glockenartigen Rufes auch "Glögglifrosch" genannt, ist in vielerlei Hinsicht einzigartig unter den einheimischen Amphibien: Sie pflanzt sich an Land fort, worauf die Laichfäden von den Männchen bis zum Schlüpfen auf dem Rücken getragen werden. Erst wenn der Laich reif ist, begeben sich die Männchen zu einem Gewässer, wo sie die Kaulquappen ins Wasser entlassen. Die Larven verbringen oftmals einen Winter im Gewässer vor der Metamorphose zum adulten Tier und sind mit einer Länge von bis zu 9 cm mit Abstand die grössten Kaulquappen in den Schweizer Gewässern. Während die Geburtshelferkröte im Bezug auf das Laichgewässer relativ anspruchslos ist, stellt sie recht spezifische Anforderungen an ihren Landlebensraum. Sie braucht Unterschlüpfe in unmittelbarer Nähe des Gewässers, in denen sich die Tiere tagsüber verstecken können und von wo aus die Männchen während der Paarungszeit mit ihren Rufen Weibchen anlocken können.

Einen solchen Unterschlupf sollten die Zivis vom Naturnetz bauen. An einem südexponierten Damm des Weihers hoben sie mehrere Gräben aus, um sie mit Kies zu füllen. Mittels Vibroplatte verdichtet, diente der Kies als Fundament für eine Hangverbauung aus für diese Gegend charakteristischem Lägernkalkstein. Das Aufeinanderwuchten der bis zu 100 kg schweren Steine verlangte den Zivis einiges ab, doch das Endergebnis kann sich sehen lassen. Die zahlreichen Spalten und Ritzen zwischen den Steinen sind optimale Verstecke und Rufwarten für die Glögglifrösche. Zur Ergänzung pflanzten die Zivis noch einige Wildrosenbüsche rund um die Hangverbauung und sääten eine Wildblumenmischung an, wo die Bauarbeiten offenen Boden hinterlassen haben. Wir sind gespannt, wann die ersten Kröten in die Verbauung einziehen. Sie werden sich auf jeden Fall wohl fühlen!


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