Trockenmauer im Familiengarten 2014


Trockenmauern, Natur im Siedlungsraum, Arealgestaltung, Kleinstrukturen | Realisiert im Oktober 2014 | Kloster Fahr

Bereits zum zweiten Mal durfte eine Gruppe Zivis in einem Schrebergarten in Wipkingen eine neue Stützmauer aus Sandstein bauen.

Die kleinräumige Gestaltung und die verschiedenen Nutzungsarten mit Gemüsegärten, Wiesen und Hecken machen Schrebergärten zu einem Hotspot der Artenvielfalt im Siedlungsgebiet. Leider wurden in solchen Anlagen früher oft alte Eisenbahnschwellen als Stützmauern verbaut. Diese sind mit Teeröl imprägniert und geben schädliche Stoffe an die Umwelt ab. Sie werden deshalb heute nicht mehr verwendet. Bereits verbaute Schwellen werden nach und nach entfernt und fachgerecht entsorgt.

Als erstes wurden die Eisenbahnschwellen in mühsamer Arbeit mit dem Habegger und anderen Werkzeugen herausgerissen. Da die Schwellen zum Teil einbetoniert waren, mussten sie mit dem Abbruchhammer freigelegt werden. Insgesamt füllten wir zwei grosse Mulden mit Schwellen und eine Mulde mit Aushubmaterial.

Nachdem die Schwellen entfernt waren, konnte mit dem Bau der Trockensteinmauer begonnen werden. Eine Trockenmauer - erstellt ohne Mörtel und Beton - stellt einen wertvollen Lebensraum für Eidechsen, Blindschleichen und andere Kleintiere dar. Die meisten beteiligten Zivis kamen zum ersten Mal mit dem traditionellen Maurer-Handwerk in Berührung. Daher mussten sie die Theorie und den praktischen Umgang mit Sandstein und Werkzeug lernen. Bereits nach kurzer Zeit waren Stossfuge, Binder, oder Anzug keine Fremdwörter mehr und die Mauer konnte schnell und fachgerecht gebaut werden. Um die Trockensteinmauer für die Natur noch wertvoller zu machen, wurden bewusst Fugen und Nischen offen gelassen. Das dies den Tieren gefällt, wurde schon während des Baus sichtbar: So konnten wir beobachten, wie die ersten Eidechsen ihren neuen Lebensraum in der Trockensteinmauer besiedelten!


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