Mahd Langgraben


Magerwiesen | Realisiert im August 2017 | Kloster Fahr

Eines steht fest: Naturschutz heisst in den wenigsten Fällen die Natur sich selbst zu überlassen. Dies trifft in der Schweiz vielleicht auf Waldreservate oder intakte Hochmoore zu, jedoch nicht für all die Lebensräume, welche der Mensch durch sein jahrhundertelanges Wirken erschaffen hat. Wäre die Schweiz unbesiedelt, wäre sie, abgesehenen von Gebieten oberhalb der natürlichen Waldgrenze, Gewässer und an Orten wo die natürliche Dynamik (Erdrutsche, Waldbrände, Überschwemmungszonen von Gewässern) in der Naturlandschaft temporär offene Flächen geschaffen hat, ein einziger und grosser Wald. Doch in diesem Projekt am Langgraben in Bülach geht es nicht um Wald, sondern um magere Wiesenböschungen - also um Nicht-Wald. Und um die vom Mensch erschaffenen Magerwiesen zu erhalten, respektive vom Verwalden zu bewahren, braucht es aktive Massnahmen wie das regelmässige Mähen der Wiesen.

Ein Projekt, das viel Muskelkraft, Ausdauer und Konzentration benötigt. Man arbeitet im Steilhang direkt am befahrenen Bahngleis. Um die Sicherheit zu gewähleisten, verfügen die Einsatzleiter vom Naturnetz über eine entsprechende Ausbildung der SBB. Die Wiesen werden im vorraus durch ein kleines und erfahrenes Team gemäht und bleibt zur Trocknung einige Tage liegen. Im Anschluss wird das Heu von Hand zusammengrecht und für den Abtransport bereit gestellt. Damit dieser anstrengende Einsatz möglichst kurz ist, steht auch immer eine Doppelgruppe an Zivis auf dem Platz. Die Böschungen sind dadurch in absehbarer Zeit gerecht und anschliessend ist eine kleinere Gruppe damit beschäftig das Heu die Böschung hinauf zu ziehen, wo es vom Forstdienst der Stadt Bülach entsorgt wird. Entlöhnt wird man für diese Arbeit jeweils im Frühling, wenn man all die schönen Orchideen bestaunen darf und weiss, dass man seinen Teil zu ihrer Erhaltung beigetragen hat.


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