Pilotprojekt Neophyten Reppischtal


Neophyten | Realisiert im August 2020 | Mittelland

Das im Jahre 2017 gestartete Pilotprojekt «Gemeinsam gegen Neophyten» im Reppischtal zur intensiven Eindämmung invasiver gebietsfremder Pflanzen geht mit 2020 zu Ende. Sämtliche Grünflächen von Birmensdorf bis Hausen am Albis wurden die letzten 4 Jahre gründlich auf Neophyten abgesucht und fachgerecht bekämpft. Das Naturnetz übernahm im Projektkonzept die Schlüsselfunkion, dort wo lokale Ressourcen für die intensivierten Bekämpfungen fehlten, diese zu bieten.

Die Erfolge lassen sich zeigen. So sind in vielen Gebieten, die anfangs der Projektphase noch stark mit invasiven gebietsfremden Pflanzen durchsetzt waren, nur noch wenige Einzelpflanzen aufzufinden, welche mit geringem Aufwand zügig gejätet werden können. Es stellt sich also allmählich eine Nachsorge-Phase ein, in welcher auf aufwändige und zeitintensive Gruppeneinsätze verzichtet werden kann.

Nichts desto trotz zeigen sich gewisse Arten aber sehr hartnäckig. Dazu gehören bspw. Berufkraut (Erigeron annuus)-Bestände, in welchen die Pflanzen in den Jahren vor dem Pilotprojekt tausende von Samen im Boden einlagern konnte. Studienarbeiten, die im Zuge des Projekts durchgeführt wurden, weisen darauf hin, dass dieser Samenvorrat beträchtlich ist und demenstprechend die Jätarbeiten massiv in die Länge ziehen können. Die Ergebnisse liessen aber auch darauf schliessen, dass das Versamungs-Potential ins Umland wesentlich geringer ist, als bisher angenommen. Die gleichen Probleme zeigen sich offenbar auch bei der weniger bekannten Geissraute (Galega officinalis). In solchen Flächen bleibt nichts anderes übrig als die aufkeimenden Pflanzen jährlich zu jäten, da eine flächige Ersetzung des Oberbodens mit unkontaminiertem Erdmaterial zu kostspielig und meist gar nicht umsetzbar ist.

Mit Abschluss des Pilotprojekts geht die Verantwortung zur Eindämmung der invasiven gebietsfremden Pflanzen wieder zurück an die Gemeinden und Fachstellen. Die Neophytenbekämpfung ist mit Abschluss des Pilotes nicht einfach erledigt, sondern jetzt beginnt erst die schwierigste Aufgabe, zersplitterte Einzelvorkommen rechtzeitig, idealerweise bereits vor dessen blühte zu entfernen um eine Tilgung zu erreichen.

Das Naturnetz wünscht sich, dass die geleisteten Bestandesreduktionen auch in den Folgejahren bis zu deren Tilgung weiter gejätet werden. Mit Sicherheit wird das Naturnetz auch in Zukunft im Reppischtal den einen oder anderen neuralgischen Grossbestand weiterhin bekämpfen.


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