Riedpflege im Chablais


Riedwiesen | Realisiert im Juli 2020 | Naturnetz-Mobil

Am nordöstlichen Ufer des Murtensees entstand der Chablaiswald vor ca. 100 Jahren, nach der Juragewässerkorrektion. Der Seespiegel senkte sich um 2.5 m, wodurch 350 ha Land gewonnen wurden. Davon wurden 175 ha aufgeforstet. Auf der restlichen Fläche wurde die natürliche Sukzession zugelassen. Mit den einheimischen Pflanzen eroberten leider auch invasive Problempflanzen das Gebiet, allen voran das Springkraut. Einmal etabliert, verbreitet es sich sehr rasch, da die Samen bis zu sieben Meter weit durch die Luft geschleudert werden. Der flächendeckende Teppich vermag sogar das Schilf im Ufergürtel zu verdrängen.

Unsere Arbeiten im Chablais dauerten von Februar bis im August und umfassten Mahd, Neophytenbekämpfung und Gehölzschnitt.

Im Februar hatten wir an diesem Standort Auslichtungsarbeiten ausgeführt. Kleinere Bäume durften die Zivis, welche den Motorsägekurs absolviert hatten, selber fällen.

Auf offenen Riedflächen ist eine regelmässige Nutzung nötig, damit die Wiesen nicht verbuschen. Der Kanton Fribourg hat sich gegen die Beweidung entschieden. Deshalb wurden die Feuchtwiesen mit der Motorsense sowie dem Balkenmäher gemäht und das Schnittgut entfernt.

Leider wird bei Hochwasser jeweils einiges an Müll in den Schilfgürtel geschwemmt und bleibt dort liegen. Das ist nicht nur ein optisches Problem, der Müll verschmutzt auch die Nahrungsgrundlage vieler Wildtiere. Die umweltbewussten Zivis halfen, diesen zu entfernen und fachgerecht zu entsorgen. Dadurch bleibt der Chablais für tierische Bewohner und erholungssuchende Besucher gleichermassen wertvoll.


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