Naturschutzunterhalt im Langgraben


Magerwiesen | Realisiert im Juni 2015 | Kloster Fahr

Das Naturnetz erledigt im Auftrag der Fachstelle für Naturschutz des Kantons Zürich die Naturschutz-Unterhaltsarbeiten der Magerwiesen entlang der Bahnstrecke Bülach-Eglisau. Diese Magerwiesen sind naturschützerisch sehr wertvoll und beherbergen unter anderem eine schöne Population an Bocksriemenzungen, einer gefährdeten Orchideenart. Diese Orchideenart ist sehr wärmeliebend und wächst in nährstoffarmen Wiesen. Damit diese Magerwiesen auch Magerwiesen bleiben, bedarf es Pflege- und Unterhaltsmassnahmen. Würde man diese unterlassen, würden diese Standorte rasch verbuschen und zu Wald werden.

Zu den Unterhaltsaufgaben im Langraben gehört die regelmässige Mahd der Magerwiesen. Das will heissen, dass wir im Juni, August und ein letztes Mal im Oktober mähen. Dadurch verhindern wir einerseits die Verbuschung und entziehen andererseits dem Standort durch die Entnahme von Grünmasse auch Nährstoffe. Denn die meisten seltenen Blütenpflanzen sind auf einen nährstoffarmen Untergrund angewiesen. Leider haben sich auch an diesem Ort haben die Neophyten angesiedelt. Jeweils vor den Mähterminen im Juni und August werden die Neophyten gejätet. Wir wollen ja nicht, dass sich mit dem Heuen auch die Samen der Neophyten weiter verbreiten. Nur die Samen gewünschter Blütenpflanzen sollen durch den Heuprozess weiter auf der Fläche verteilt werden.

Die steile Bahnböschung und der ununterbrochene Zugverkehr verlangt von den Zivis einen hohen Einsatz und konzentriertes Arbeiten. Vor dem Arbeitsbeginn wird aus Sicherheitsgründen das Bahntrassee mit einem rot-weissen Band abgesperrt. Das soll verhindern, dass man dem Gleiskörper beim Arbeiten zu nahe kommt. Nach der Mahd mit dem Balkenmäher wird die gemähte Wiese einige Tage zum Trocknen liegen gelassen. Dabei verliert das Gras nicht nur seine Samen sondern auch an Gewicht, da das Wasser in den Pflanzen verdunstet. Ein äusserst wichtiger Faktor für den nächsten Arbeitsschritt! Der besteht nämlich darin, das Heu die Böschung runter zu rechen, um es anschliessend mit einer Motorseilwinde den Hang hinauf zu ziehen. Dort wurden die Grünguthaufen vom Forst Bülach abgeholt und entsorgt.

Als letzte Unterhaltsarbeit im Jahr wurden alte Baumstrünke aus der Wiese entfernt. Bei hohem Gras sind diese nicht mehr sichtbar und das Mähen wird mit diesen Hindernissen noch anstrengender als es sonst schon ist.

Für die Zivis und Einsatzleiter ist der Langgraben eines der anstrengendsten Projekte. Doch wenn man einmal die stattliche Bocksriemenzunge in voller Blütenpracht sieht, weiss man, wofür man gearbeitet hat!


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