Hochmoorregeneration Eigenried


Wiesen | Realisiert im Oktober 2015 | Kloster Fahr

Um das Eigenried für den Menschen nutzbar zu machen, legte man vor über hundert Jahren Gräben an und leitete das Wasser ab. Durch die Entwässerung konnte das Hochmoor nun landwirtschaftlich genutzt werden und bis nach dem 2. Weltkrieg wurde im Eigenried sogar Torf abgebaut. Hochmoore sind unersetzliche Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten und erfüllen zudem wertvolle Aufgaben für den Hochwasser- und Klimaschutz. Sie dienen als Wasserspeicher bei extremen Niederschlägen und binden durch ihre Torfbildung grosse Mengen an Kohlendioxid. In Anbetracht des Klimawandels kommt deshalb auch aus diesen Gründen der Renaturierung dieser sensiblen Ökosysteme eine wachsende Bedeutung zu.

Die Hochmoorregeneration des Eigenrieds auf dem Zugerberg befindet sich im zweiten Umsetzungsjahr und hat noch mehrere Jahre vor sich. Im Auftrag des Amts für Raumplanung des Kantons Zug wird, in Zusammenarbeit mit der Korporation Zug, ein Bereich des Hochmoors regeneriert. Damit der Degradierungsprozess des Eigenrieds gestoppt werden kann und das Hochmoor wieder Torf bildet, muss es wiedervernässt werden. Dazu ist ein Rückbau der alten Entwässerungsgräben und ein Anstau des Wassers im Eigenried notwendig. Die Korporation Zug hat in einem ersten Schritt die alten Entwässerungsgräben mit einem Bagger freigelegt. Im nachfolgenden Schritt waren die Zivis über Tage und Wochen damit beschäftigt die Gräben mit Sägemehl zu füllen und im Abstand von ca. 15-20m zusätzlich noch Holzschwellen einzubauen. Dies soll bewirken, dass das Wasser im Abfluss gebremst wird und das Hochmoor dadurch wieder vernässt. Ursprünglich war geplant das Sägemehl per Handgarette in die Gräben zu transportieren. Doch die immensen Dimensionen der freigelegten Gräben machte uns einen Strich durch die Rechnung. Ausnahmsweise war bei diesem Projekt nicht Manpower sondern vor allem Maschinenpower gefragt. Wir konnten noch kurzfristig 3 leichte Raupen-Muldenkipper organisieren. Das Projekt wäre ohne deren Einsatz unmöglich realisierbar gewesen. Zum Schutz des Moores vor Fahrspuren mussten wir aber die heiklen Passagen mit Brettern auslegen. Die trockene Witterung in diesem Herbst hat einiges dazu beigetragen, dass wir so gut voran gekommen sind. Ist das Moor nämlich zu nass, kann aus Gründen des Bodenschutzes mit den Muldenkippern nicht gefahren werden.

Nebst dem Lob der Auftraggeber für unsere geleistete Arbeit und dem soliden Einsatzwillen, wurden wir mit einigen milden Sonnentagen und Sicht auf das herbstliche Nebelmeer entlöhnt.


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