Entbuschung einer Wytweide im Bernischen Jura


Wiesen, Magerwiesen | Realisiert im März 2017 | Mittelland

Im Berner Jura kommen sechs Reptilienarten vor. Diese besiedeln gerne Felsfluren, Schutthalden, lichte Wälder und Weiden an den Südflanken der Gebirgsrücken. Im Berner Jura sind in den vergangenen Jahrzehnten viele Geröllhalden verwaldet und in den meisten Juraweiden Flurbereinigungen durchgeführt wurden, wodurch wichtige Lebensraumelemente für wärmeliebende Reptilien wie Trockenmauern und Lesesteinhaufen verschwanden.

Das Naturnetz hat eine Wytweide an der Südflanke eines Trockentals entbuscht. Die mit Einzelbäumen und Geröllhaufen durchsetzte Weide drohte zu verwalden. Die aufkommende, hauptsächlich Buchen- und Schwarzdornverjüngung war alleine mit Beweidung durch Rinder nicht mehr aufzuhalten. Von den nützlichen Stiefelgeissen, die auch dornige Sträucher abfressen, ist nur eine kleine Population in der Region zu finden. Für den Erhalt von Reptilien-Standorten wurde ein grösserer Eingriff deshalb dringend notwendig.

In einem einwöchigen Einsatz hat das Naturnetz mit Hilfe von Motorsensen, Motorsägen und Rechen auf der Weide dem Jungwuchs den Kampf angesagt. Nach und nach kamen Geröllhaufen und Kleinstrukturen unter der Verbuschung zum Vorschein. Bei der Mahd wurde darauf geachtet, dass die von den Reptilien so geschätzten Altgrasstreifen bestehen blieben und die bestehende Standorte möglichst wenig gestört wurden.

Ein grosser Teil der Wytweide konnte so wieder freigelegt werden. Wir hoffen, damit Reptilien und anderen Bewohnern der halboffenen Trockenlandschaften den Verbleib im Gebiet für die nächsten Jahre gesichert zu haben.


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