Beobachtungshide Wannenmacher


Gewässerbau | Realisiert im Dezember 2020 | Nordostschweiz

Wo die Thur in den Rhein mündet, liegt mit einer Fläche von ca. 400 Hecktaren das grösste Auengebiet des Schweizer Mittellandes - die Thurauen. In den Jahren 2008 bis 2017 wurden erhebliche Renaturierungsmassnahmen, mit dem Ziel den Hochwasserschutz für Ellikon am Rhein und das Flaacherfeld zu verbessern, die Auen im Sinne der Auenschutzverordnung ökologisch aufzuwerten und die Auen als Naherholungs-und Naturbeobachtungsgebiet zu erhalten, durchgeführt. Letzteres hatte zur Folge, dass zum Schutz der Natur einzelne Bereiche des Gebietes nicht mehr öffentlich zugänglich gemacht, gleichzeitig aber bestimmte Bereiche im Rahmen der Besucherlenkung attraktiv gestaltet wurden. So wurde z.B. am Eggrank eine Bademöglichkeit geschaffen oder es wurden verschiedene, geschützte Beobachtungsplätze für Ornithologen und Naturbeobachter angelegt. Diese, meist festen, Holzbauten wurden an attraktiven Plätzen bei der Schöni oder beim Wannenmacher installiert. Durch die hohe Erosionsdynamik an den Ufern der Thur, welche nach dem Entfernen der Hartverbauungen an verschiedenen Prallhängen eingesetzt hat, war das AWEL (Amt für Wasser, Energie und Landschaft) im Sommer 2020 gezwungen, einen festen Holzhide beim Wannenmacher abzubauen und zu versetzen. Dieser drohte beim nächsten Hochwasser weggeschwemmt zu werden. Da man an diesem attraktiven Beobachtungsplatz aber so lange als möglich festhalten wollte, wurden wir vom Naturnetz Nordostschweiz mit unseren Zivis beauftragt mit einfachen, natürlichen Mitteln einen, etwas zurückversetzten "Behelfsbau" zu errichten. So entstand mit ein paar Senkrecht in den Boden eigeschlagenen Pfählen und an der Thur geernteten Weidenruten, welche um die Pfähle geflochten wurden, ein unauffälliger, sich in die Natur einfügender Beobachtungshide. Wir sind gespannt, wie lange der mit wenig Mitteln hergestellte Hide an seinem Platz überdauern wird.


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