Neophytenbekämpfung Illgraben


Neophyten | Realisiert im Juli 2016 | Wallis

Im Auftrag des Naturparks Pfyn-Finges war das Walliser Naturnetz-Team an mehreren Tagen im Illgraben unterwegs. Hinter diesem kleinen unscheinbaren Gerinne verbirgt sich ein bislang nicht vollständig zu bändigender Wildbach, welcher zu den aktivsten Murganggerinnen der Schweiz zählt. Mehrmals pro Jahr ereignen sich gewaltige Murgänge, welche das Schutzgebiet Pfynwald über Jahrtausende massgeblich mitgeprägt haben und bis heute beeinflussen. Das Geschiebe der Murgänge wird direkt in das Auenschutzgebiet der Rhone zwischen Leuk und Sierre eingetragen.

Leider konnte sich der Sommerflieder (Buddleja) als invasive Pionierpflanze entlang des Illgrabens bis zur Flussmündung in die Rhone etablieren. Der Strauch kann über drei Meter gross werden und bildet oft dichte Bestände. Pro Strauch werden bis zu drei Millionen Samen produziert, die sich hauptsächlich über den Wind verbreiten, aber natürlich auch über das Wasser oder Geschiebe transportiert werden. Gerade in einem Gebiet wie dem Naturpark Pfyn-Finges ist die möglichst frühzeitige Eindämmung invasiver Arten von grosser Relevanz, um die Verdrängung der seltenen einheimischen Flora und Fauna zu verhindern.

Entlang des Grabens wurde dem Sommerflieder in allen Grössen mit Strauchzwingen, Pickeln und Motorsägen zu Leibe gerückt. Die grosse Herausforderung lag besonders in der Hangneigung der Neophytenstandorte!

Neben der Bekämpfung wurde auch die Ausbreitung weiterer Neophyten wie der Goldrute entgegen gewirkt. Die Kartierung sowie Bekämpfung stellte nicht nur eine neue Herausforderung an die Schärfe der Zivi-Augen dar, sondern ist unerlässlich für die Erfolgskontrolle und Planung weiterer Einsätze. Am Ende des diesjährigen Einsatzes können wir erfolgreich sagen: „Der Illgraben ist für 2016 vom Sommerflieder befreit und die weitere Ausbreitung ist eingedämmt!“.


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