Neophytenbekämpfung im Niderholz


Neophyten, Gewässer, Wald | Realisiert im September 2019 | Nordostschweiz

Vor vier Jahren fand sich im Waldgebiet Niderholz bei Marthalen im Zürcher Weinland eine erfreuliche und doch prekäre Situation vor: Durch den baulichen Einfluss des jüngst zugezogenen Bibers hatte sich der Mederbach zu einem rund sechs Hektar grossen, stehenden Gewässer, dem Bibersee, gestaut. Dies liess lokale Baumbestände eingehen und führte zu einer natürlich stattfindenden Renaturierung und ökologischen Aufwertung des Gebiets. Leider fand auch ein invasiver Neophyt, das drüsige Springkraut (Impatiens glandulifera), gefallen an den veränderten Lichtverhältnissen am Boden und erlebte ein explosionsartiges Aufkommen.

Das Waldgebiet Niderholz grenzt an die Thurauen, welche mit fast 400 Hektaren das grösste Auengebiet des Schweizer Mittellandes und Schutzgebiet von nationaler Bedeutung bilden. Entlang des Mederbachs, welcher nach dem Niderholz durch die Thurauen fliesst und schliesslich in die Thur mündet, findet bachabwärts ein hoher Austausch und Eintrag von potentiell belastendem Pflanzenmaterial statt. So war im Jahr 2016 die Situation am Bibersee ausschlaggebend, dass wir im Auftrag der Abteilung für Wald des Kantons Zürichs die strategische Neophytenbekämpfung im Niderholz aufgenommen haben. Dieses Projekt schützt so indirekt die Thurauen und deren einmalige Fauna vor problematischen Einträgen von Neophyten.

Insgesamt wurden acht Kernzonen definiert, in welchen wir vor allem das drüsige Springkraut, aber auch die Kanadische Goldrute (Solidago canadensis) und das Einjährige Berufkraut (Erigeron annuus) bekämpfen. Im Fokus liegen Flächen bei Gewässern wie der Bibersee oder der Mederbach. Aber auch grosse Flächen, die nach dem Orkan Lothar im Dezember 1999 mit Eichen aufgeforstet wurden, sind stark mit Goldruten belastet und werden ebenfalls angegangen. In Zusammenarbeit mit dem Forst, der das grossflächige Mähen auf offenen Flächen übernimmt, gehen wir gezielt an den unzugänglicheren Stellen im Gewässer oder Wald ans Werk und bekämpfen die Bestände von Hand. Dank sofort eintretendem Erfolg, konnten die acht Kernzonen jährlich ausgedehnt und der Bekämpfungsperimeter über vier Jahre fast verdreifacht werden. Heute sind auf den ursprünglichen Kernzonen die Neophyten weitgehend beseitigt oder konnten auf ein Minimum reduziert werden. Das Niderholz ist somit sowohl in unseren Augen, als auch in jenen des Bibers eine Erfolgsgeschichte!


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