Waldrandaufwertung Kloster Fahr


Kleinstrukturen, Wald | Realisiert im März 2016 | Kloster Fahr

Das Gebiet Waldacher beim Kloster Fahr grenzt an den klostereigenen Wald. Der Waldrand ist über die Jahre weit vorgedrungen, am Feldrand begannen Stauden und Gehölze aufzukommen. In einem mehrtägigen Einsatz hat das Naturnetz diesen Waldrand ausgelichtet und triviale Arten wie Brombeere, Himbeere und Waldrebe zurückgedrängt um die locker stehenden Sträucher zu fördern. Mit dem anfallenden Schnittgut haben die Zivis Wieselburgen und viele andere Kleinstrukturen angelegt. Sie sollen Kleinsäugern wie dem Hermelin Unterschlupf bieten.

Der Waldrand ist nach Osten exponiert. Zwei Hecken, die ebenfalls vom Naturnetz angelegt wurden, verbinden den Wald mit dem offenen Kulturland. Hochstamm-Obstbäume und verschiedene Kleinstrukturen wie Lesesteinhaufen erweitern den ökologischen Korridor bis zum Kloster. Am Waldrand wachsen viele verschiedene Gehölzarten, darunter Süsskirsche, Schwarzdorn, Weissdorn, Holunder, Gemeiner und Wolliger Schneeball, Pfaffenhütchen, Weiden, Pappeln, Feldahorn, Esche, Hartriegel und Liguster.

Um den Waldrand ökologisch aufzuwerten, wurde die gerade Linie des Waldrands aufgelockert. Indem kleine Buchten ausgeholzt wurden, konnten viele unterschiedliche Räume geschaffen werden. Dadurch wurde das kleinräumige Klima vielfältiger. Arten wie Schwarzdorn oder Schneeball, von denen viele Insekten und Vögel profitieren (Beeren als Nahrung, Dornen als Schutz) wurden geschont, während schnellwüchsige Arten wie Hartriegel, Waldreben, Brombeeren oder Liguster stärker zurückgeschnitten oder ausgepickelt wurden. Unter dem dichten Geflecht von Waldreben und Brombeeren kamen grosse Traubenkirschen zum Vorschein. Sie bekommen jetzt wieder mehr Licht und können sich weiter ausbreiten. Der Eschenbestand war recht dicht und beschattete die darunter stehenden Sträucher. Viele Eschen waren zudem von der Eschenwelke betroffen. Einige Eschen wurden deshalb gefällt und an sonnenexponierten Stellen am Waldrand und in einer der beiden Hecken zu Holzbeigen aufgeschichtet. Feine Äste und kurze Holzstücke wurden für den Bau der Wieselburgen genutzt. Damit die Wiesel keine nassen Füsse kriegen, worauf sie besonders empfindlich sind, wurde zuunterst feine Streue wie Gras und Laub sowie kleine Zweige ausgelegt. Anschliessend wurden zwei dicke Hölzer rechtwinklig zum Waldrand und parallel zueinander ausgelegt und darüber mit dicken Ästen ein Dach gebaut. Nun konnte das restliche Astmaterial dicht darüber aufgeschichtet werden. Dabei musste man darauf achten, dass ein Eingangstunnel für die Wiesel frei bleibt und der Hohlraum gleichzeitig genügend geschützt ist vor Fressfeinden wie Marder und Fuchs.


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