Direktbegrünungen im Furttal 2013


Wiesen, Riedwiesen, Magerwiesen | Realisiert im Juni 2013 | Kloster Fahr

Im Nordwesten der Stadt Zürich erstreckt sich parallel zum Limmattal das Furttal. Im Gegensatz zum stark zersiedelten, mit Hauptverkehrsachsen wie Autobahn und Eisenbahn zerschnittenen Limmattal, ist das Furttal noch viel ländlicher. Doch auch diese Landschaft wurde durch den Menschen in den letzten fünfzig Jahren stark verändert. Die im Talgrund grossflächig vorkommenden Flachmoore, auch Riedflächen genannt, wurden trockengelegt. Diese Flächen werden heute für die intensive Gemüse-, Kräuter- und Beerenproduktion genutzt. Nur in steileren Randbereichen blieben ein paar wenige Hangriede und Halbtrockenrasen erhalten. Gebiete wie die „Boppelser Weide“ oder das Gebiet „Bleiki“ bieten aufgrund ihrer Topografie und Hangwasseraustritten ein enges Nebeneinander von trockenen bis feuchten Stellen. Diese Standortvielfalt führt zu einer grossen Pflanzenvielfalt. Die Herbstaster besiedelt eine trockene, südexponierte Böschung, im lichten Wald ist der Blaue Steinsame anzutreffen und die angrenzende Riedfläche bietet der Sumpfgladiole ein Zuhause. Mit gezielten Pflegemassnahmen wird versucht, diese Vielfalt zu erhalten und zu fördern.

Seit drei Jahren unterstützt das Naturnetz die Bestrebungen, diese kleinen Restflächen miteinander zu vernetzen. Dafür werden verbuschte Riedflächen und vorrückende Waldränder gerodet und zurückgedrängt. Nach dem Rückschnitt, Ausstocken und Ausfräsen der Flächen im Winter werden diese im Frühling und Sommer direktbegrünt. Dabei wird Schnittgut eines hochwertigen benachbarten Halbtrockenrasen oder einer Riedwiese, je nach Standortbedingungen der Entbuschungsfläche, kurz vor dem Absamen der Hauptgrasarten gemäht und auf die Empfängerfläche verteilt. Die Samen der meisten Grasarten und Wiesenkräuter können noch nachreifen, fallen am neuen Standort aus und keimen so im Schutz des „Heus“. Mit dieser Methode wird das Erbgut der an die lokalen Bedingungen angepassten Populationen auf neuen Flächen verbreitet und die zum Teil seltenen Pflanzen können an Individuenzahlen zulegen.

Somit ist zu hoffen, dass das Risiko von lokalem Aussterben reduziert werden kann und dass sich stabile Bestände vieler seltener Pflanzen entwickeln können.


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