Lichter Wald Bachs Unterhaltsarbeiten


Neophyten, Wald | Realisiert im November 2019 | Kloster Fahr

Das Bachsertal erstreckt sich über knapp acht Kilometer zwischen dem Hauptort Bachs und dem Städtchen Kaiserstuhl an der Grenze zu Deutschland. An den süd-exponierten Hängen, den gut besonnten Felsköpfen und Kuppen befindet sich ein ökologisch sehr wertvoller Lichter Wald. Er zeichnet sich aus durch einen geringen Kronenschluss der Bäume. Die Besonnung bis auf den Waldboden und einen Waldboden mit nur wenig Nährstoffeintrag begünstigt das Aufkommen einer ökologisch wertvollen Krautschicht, was wiederum für viele Insektenarten interessant ist.

Auf der Felskuppe – Rundflue - ist im April/Mai die Blütenpracht der Astlosen Graslilie (Anthericum lillago) zu bestaunen. Diese Pflanzenart ist im Kanton Zürich selten und kommt bevorzugt auf sauren Böden vor. Weiter kommen Rauher Alant (Pentanema hirtum), Geflecktes Ferkelkraut (Hypochaeris maculata L.), Schwarze Flockenblume (Centaurea nigra), diverse Wildrosenarten und der Germer vor. Neben seltenen Pflanzenarten zeigen sich hier auch einzelne spezielle Tierarten. Seit einigen Jahren haben sich um das Erdmannliloch Gämse (Rupicapra rupicapra) eingefunden. In den Felsen sind immer wieder Wanderfalken (Falco peregrinus) zu beobachten, welche womöglich hier brüten. In den Baumwipfeln ist im Sommerhalbjahr der Gesang des Berglaubsänger (Phylloscopus bonelli) zu hören und an den besonnen Standorten zeigen sich Mauereidechsen (Podarcis muralis).

Damit der besonnte Charakter des Waldes erhalten bleibt und somit auch die interssante Flora & Fauna, bedarf es einer intensiven Nutzung. Alljährlich wird die Projektfläche (Eigentümer: Pro Natura & Gemeinde Bachs) im Auftrag der Fachstelle Naturschutz durch den lokalen Forstbetrieb durchforstet und im Herbst die Bodenvegetation gemäht. Wegen der steilen Hänge ist das Mähen mit Metallklingen sehr gefährlich, weshalb hier nur noch mit Faden- und Sichelmäher gearbeitet wird. Von 2009 – 2014 wurde auf der Fläche zudem die Beweidung mit Stiefelgeissen getestet.

Für das Jäten von Brombeeren (Rubus sp.), Zwergholunder (Sambucus ebulus), Adlerfarn (Pteridium aquilinum), Waldreben (Clematis sp.) und Neophyten (insbesondere Berufkraut) ist das Naturnetz mit Zivildienstleistenden zuständig. Neophyten waren in diesem Jahr glücklicherweise nur spärlich vorhanden. Nach der Herbstmahd musste das ganze Schnittgut in den steilen Hängen heruntergerecht werden. Das zusammengenommene Schnittgut wurde danach auf Haufen aufgeschichtet.


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