Pflege der Naturschutzgebiete im Kanton Zug


Neophyten, Riedwiesen, Magerwiesen, Gewässer, Wald | Realisiert im August 2014 | Naturnetz mobil

Im Auftrag des Amtes für Raumplanung des Kantons Zug (Abteilung Natur und Landschaft), führten wir im August 2014 einen zweiwöchigen Pflegeeinsatz in verschiedenen kantonalen Naturschutzgebieten durch.

Ökologische Ausgleichsfläche Nordzufahrt, Gemeinde Baar

Dieses Gebiet entstand als ökologische Ausgleichsmassnahme beim Bau der Autobahn-Nordzufahrt in Baar. Unsere Arbeiten bestanden hier vor allem aus Neophytenbekämpfung und Mäharbeiten. Dabei haben wir einige ökologisch interessante Wiesenpartien bewusst stehen gelassen, um den im Gebiet vorhandenen Insekten einen Rückzugsort zu ermöglichen. Das bei der Mahd angefallene Schnittgut haben wir einerseits zu Haufen aufgeschichtet, andererseits aber durch das Tiefbauamt abführen lassen.

Ausgleichsfläche Fahrendenplatz, Gemeinde Cham

Diese an eine Deponie und einen Fahrenden-Standplatz angrenzende ökologische Ausgleichsfläche befindet sich auf einer ehemaligen Asphaltdeponie. Aus extensiven Wiesen, Hecken, Feldgehölzen und verschiedenen Kleingewässern bestehend bietet dieses Naturschutzgebiet einigen gefährdeten Tier- und Pflanzenarten – darunter der in der Schweiz stark gefährdeten Gelbbauchunke – geeigneten Lebensraum. Leider aber wurde auch dieses Gebiet nicht vom Einflug der Neophyten verschont. Vor allem die starken Goldrutenbestände verdrängen langsam die einheimische Flora der wertvollen Extensivwiesen. So haben wir die Goldrutenbestände mittels Mahd mit Balkenmäher und Freischneider und manuell von Hand an der weiteren Ausbreitung gehindert. Zusätzlich haben wir, um die Verlandung der Kleingewässer zu verhindern, die bestehenden Schilf- und Rohrkolbenbestände reduziert. Durch den Einbau von Wurzelstöcken erweiterten wir das Kleinstrukturangebot an den Gewässern.

Ziegelhütte Meienberg, Gemeinde Cham

Hier galt es auf dem Areal einer alten Ziegelei grössere Bestände der Robinie zu bekämpfen. Da Robinien bei einer Fällung stark zu Stockausschlag (Wurzelbrut) neigen, haben wir diese geringelt. Bei dieser Methode wird dem Baum auf einer begrenzen Stammfläche ringförmig die Borke samt Kambium entfernt. Damit wird der Saftstrom unterbunden und der Baum kann kein Wasser und Assimilate mehr transportieren und stirbt langsam ab.

Deponie Alznach, Gemeinde Risch

Auf dem Areal des Golfparks Holzhäusern bekämpft Naturnetz seit wenigen Jahren sämtliche Neophytenbestände (siehe auch http://www.naturnetz.ch/projekte/2014/neophytenbekaempfung-golfpark-holzhaeusern). Dabei hat sich ein Deponiegebiet, welches sich innerhalb des Golfparks befindet, als starker Ausbreitungsherd entpuppt. Die grossen Goldrutenbestände, welche sich innerhalb eines wiederaufgeforsteten Bereiches der Deponie liegen, haben wir mit Motorsensen gemäht und das Schnittgut am Waldrand zu Haufen aufgeschichtet.

Weiher Mühlauerbrücke, Gemeinde Hünenberg

Dieses Naturschutzgebiet befindet sich am Ufer der Reuss und beinhaltet eine Magerwiesenfläche mit Kleingewässern verschiedener Größe, sowie Heckenstreifen und Steinblockhaufen. Hier haben wir vor allem das Einjährige Berufskraut von Hand ausgerissen, welches sich auf der gesamten Fläche ausverbreitet hat. Weiter haben wir in diesem Gebiet das Schilf in den einzelnen Kleingewässern mittels Unterwassermahd bis auf kleine Rückzugsgebiete zurückgedrängt. Bereits nach kurzer Zeit wurden die nun wieder besonnten Uferflächen von Wasserfröschen und einer grossen Ringelnatter zum Sonnenbaden genutzt.


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