Kastanienselven Malcantone 2013


Trockenmauern, Kleinstrukturen, Nisthilfen, Wald | Realisiert im Oktober 2013 | Naturnetz mobil

Auch im Herbst 2013 machte sich das Naturnetz wieder motiviert und frohen Mutes auf in den Alto Malcantone, um eine weitere Etappe im Selvenprojekt in der Region um Vezio in Angriff zu nehmen. Doch diesmal zeigte sich das Tessin gar nicht von seiner bekannten und schönen Seite. In den ganzen vier Wochen, in denen die Zivis im Einsatz waren, hatten sie dreieinhalb schöne Tage. Sonst mussten sie sich jeden Tag mit dichtem Nebel oder Regen, stürmischen Winden, Gewitter, auch diesmal wieder Schnee oder einer Kombination von alledem abfinden. Nichtsdestotrotz wurde hart gearbeitet.

In einem unwegsamen, steilen Waldstück südlich und oberhalb von Arosio galt es, eine komplett zugewachsene Selve zu entbuschen. Diese Arbeit verlangte von den Zivis viel Biss; für diejenigen an der Kettensäge hiess es nonstop „Vollgas“, die „Astschlepper“ hatten den ganzen Tag schwer zu räumen und das Material entweder hangauf- oder hangabwärts für den Abtransport aufzuschichten.

Nördlich der Serpentinen, die von Gravesano nach Arosio hochführen, schlängelte sich einst ein Wanderweg durch den Wald ins Tal. Damit man auch heute wieder abseits der Strasse gefahrlos ins Tal gelangen und die Selven und deren ökologische Aufwertung erleben kann, haben sich die Zivis in der letzten Woche daran gemacht, einen Abschnitt dieses Wegs wieder instand zu stellen.

Hierzu wurde die vorgängig definierte Strecke freigeschnitten und planiert, Sträucher und kleine Bäume beidseits des Wegs gefällt, eine kleine Brücke über eine Furt gebaut, Treppenstufen aus Kastanienholz oder mit Steinblöcken in den steilen Abschnitten eingebaut sowie Trockenmauern zur Weg-/Hangsicherung geschichtet.

In allen drei Gebieten wurden zudem mit Asthaufen, Steinhaufen oder Trockenmauern Kleinstrukturen als Unterschlupf und Brutmöglichkeit für verschiedene Lebewesen gestaltet. Zum Abschluss mussten die Zivis noch auf die Bäume und haben Nistkästen für den Kleinen Abendsegler aufgehängt.

Trotz mässig motivierender Begleitumstände konnte die Arbeitsmoral hoch gehalten werden und es ist ein ansehnlicher Output zustandegekommen. Fast drei Hektaren Kastanienselven wurden aufgewertet!


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