Orchideen-Auspflanzung Zürcher Unterland


Wiesen, Magerwiesen | Realisiert im September 2017 | Kloster Fahr

Vor rund 20 Jahren wurde im Zürcher Unterland eine nährstoffreiche Wiese im Umland eines Naturschutzgebietes in eine Magerwiese umgestaltet. Wie es der Name schon andeutet, bevorzugen die Arten einer Magerwiese vorallem nährstoffarme Böden. Der erste Schritt einer solchen Aufwertungsmassnahme ist das Abhumusieren der oberen Bodenschicht. Die in Form von Humus gebundenen Nährstoffe werden dadurch abgeführt. Zurück bleibt ein relativ nährstoffarmer Rohboden - ideale Voraussetzungen für eine Neuansaat.

Leider hat man bei dieser Aufwertung dem Saatgut zu wenig Beachtung geschenkt und deren Herkunft konnte nicht mehr eindeutig zurückverfolgt werden. Sicher war man nur, dass es sich nicht um eine einheimisches Saatgut handelte. Um die Artzusammensetzung und deren Ökotypen den lokalen Gegebenheiten anzupassen, wurde entschieden, die Magerwiese neu anzulegen. Dafür sind sätmliche Schritte der ursprünglichen Aufwertung nochmals nötig. Hinzu kam aber ein grosses Problem: In der Magerwiese hatte sich zwischenzeitlich eine stattliche Population an einheimischen Orchideen etabliert. Und diese würden dadurch zweifelslos zerstört werden. Das wäre nicht der Sinn einer Aufwertungsmassnahme!

Um diese Problem zu lösen, hat ein Mitarbeiter des Amts für Landschaft und Natur rund 4000 Orchideen nach deren Verblühen im Sommer ausgegraben und die Wurzelknollen für die spätere Umpflanzung eingelagert. Um diese 4000 Ochideen im Herbst so schnell wie möglich einzupflanzen, brauchte es dementsprechen auch viele Hände. So wurden die Zivis von Naturnetz angefragt, bei dieser Arbeit mitzuwirken. In Zusammenarbeit eines Ökobüros wurden verschiedenen Wiesen durch die Auspflanzung der Orchideen aufgewertet werden. Zeitweise war echtes Fingespitzengefühl gefragt. Denn die bereits ausgetriebenen Wurzeltriebe durften dabei nicht verletzt werden. Glücklicherweise war der Boden an den meisten Orten locker und wir kammen gut voran. Nachträglicher Regen hat eine Anwurzelung sicherlich begünstigt. Und so sind wir gespannt, dass möglichst viele Orchideen zum Blühen kommen.


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